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Die Redaktion

Was wäre ein Austausch ohne Fettnäpfchen?

Langweilig! Denn zu jedem längeren Schüleraustausch gehören die berühmt berüchtigten Ungeschicklichkeiten einfach dazu. Dieser Meinung sind fast 90% von euch, die vor einiger Zeit an unserer kleinen Umfrage zum Thema teilnahmen. Ausgetauscht.de möchte euch die Ergebnisse der Umfrage natürlich nicht vorenthalten und die lustigsten Fettnäpfchen vorstellen.


"Willst du mit ins Schwimmbad gehen?" - "Nein, ich vertrage das Wasser da nicht." - "Dann duschst du also gar nicht?!" (Dialog eines Schüleraustauschs, Norwegen)

Jeder Aufenthalt in einem fremden Land, und vor allem wenn man die dortigen Gepflogenheiten noch nicht gut kennt, birgt zwangsläufig handfeste Missverständnisse. Daher lohnt es sich, gleich zu Beginn mit den Klassikern unter euren Fettnäpfchen anzufangen: da wird der Maiskolben mit Messer und Gabel gegessen, am ersten Tag das Lieblingsshirt mit der extra dicken Aufschrift "Fuck" angezogen, sich bei der Benutzung eines dieser öffentlichen Wasserspender von oben bis unten mit Wasser bespritzt oder der Neujahrstag (1.1.) mit dem New Years Eve (31.12.) verwechselt, so dass die geladenen Gäste plötzlich vor verschlossener Tür stehen. Einer Userin rutschte beispielsweise beim Herumalbern mit ihrem Gastvater plötzlich der Mittelfinger raus. Ines platzte in Japan aus Versehen in die Umkleidekabine der Jungs, die sie - manche unbekleidet – verwirrt anstarrten. Und in Österreich nahm sich jemand von euch der guten alten deutschen Gewohnheit des Flaschensammelns an, musste allerdings mit mehreren schweren Tüten bepackt im Supermarkt feststellen, dass es in dem Gastland gar kein Pfandsystem gibt.

In Anbetracht dieser unfreiwillig-komischen Situationen möchte man sich nicht ausmalen, was passiert, wenn das wichtigste Mittel der Kommunikation – nämlich die Sprache – Probleme verursacht: "Durch die Sprache gibt es eine Menge kleinerer Verdreher, die man eigentlich vermeiden wollte. Zum Beispiel dachten meine Freunde, ich sei schwanger (embarazada, eigentlich wollte ich sagen es sei mir peinlich = engl. embarrassing) und verheiratet (casada, nicht zu verwechseln mit cansada = müde). Das sind so typische Fehler, von denen man eigentlich denkt, man würde sie nie machen. Und dann macht man sie doch." (Userin, siehe Zitate in der Umfrage: nur für Mitglieder sichtbar)

Auch der User "No siempre conseguis L." verwechselte bei seinem Aufenthalt in Uruguay sich ähnelnde Wörter und rief seiner Gastmutter quer durch den Laden lautstark zu, dass er gerne championes statt champiñones, wie es auf Spanisch richtig heißt, essen wolle. "Die Leute haben mich alle entsetzt angeguckt. Meine Mutter fragt nur ganz cool: `Mit Sohle oder ohne.´ Ich hatte durch den ganzen Supermarkt gerufen, dass ich Schuhe essen will."
Ein weiteres lustiges Beispiel ist die Verwendung deutscher Worte, die im Ausland durchaus bekannt sind - wie der Trinkspruch "Prost": dennoch kann es in Rumänien schon mal passieren, dass man seiner Gastfamilie stattdessen freudestrahlend das Wort "dumm" zuprostet.

So richtig verwegen wird es, wenn die sprachlichen Schwierigkeiten pikant Intimes ansprechen. So wollte beispielsweise Leo, als er in den USA war, die G-Seite seiner Gitarre auswechseln und fragte nach einem G-String, was aber eben auch ein Tanga ist. Oder ein anderer Teilnehmer unserer Umfrage bekam von seinem Bruder einen Radiergummi in die USA zugeschickt, "weil ich so gern zeichne. Auf die Frage meines Gastvaters, was in dem Päckchen war, hab ich also alles aufgezählt, und hab gesagt 'and a rubber', weil man in Deutschland ja lernt, dass rubber Radiergummi heißt. Ich wusste ja nicht, dass das in den USA Kondom bedeutet."

Auch Franziska, die in Bulgarien eine bulgarisch-englische Schule besuchte, blieb nicht verschont: "In meiner Schule sollten wir einen Aufsatz 'about me' schreiben. Ein Mitschüler fragte meine Lehrerin wegen seines Hobbys: 'Was heißt denn kuscheln?' 'Petting', antwortete sie nach einer Weile und ich dachte mir so, dieser Junge wird ja nix Intimes in den Englischaufsatz schreiben wollen (...) als ich meiner amerikanischen Gastschwester erklärte, dass ich es liebe, mit meiner Katze petting zu machen, hat sie doch ziemlich entsetzt gekuckt."

Wie ihr seht, sind Fettnäpfchen völlig normal, wenn interkulturelle Lebensweisen aufeinander treffen. Die größte Reibungsfläche bieten jedoch jene Fettnäpfchen, die innerhalb der Gastfamilie passieren und laut unserer Umfrage haben die meisten von euch dort am ehesten Missverständnisse erlebt. Das empfindet ihr zwar als sehr unangenehm, dennoch nahmen die meisten von euch diese Situation mit Humor. Und nicht zuletzt wegen diesen Erfahrungen macht man einen Schüleraustausch.

Schlussendlich ergibt sich eine wichtige Erkenntnis: aus Fehlern wird man klug – das gilt für alle Seiten. Aus diesem Grund ist es nur fair auch mal zu fragen, in welche interkulturellen Fettnäpfchen eure Gastfamilien und dortigen Freunde euch gegenüber getreten sind?

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