USA

Stefan P. USA YFU-DE 1996/97

10 Gründe für und gegen die USA als Austauschziel

Mehr als die Hälfte aller Austauschschüler geht in die USA. Amerika ist nach wie vor sehr beliebt und es gibt einige gute Gründe dafür. Es gibt aber auch gute Gründe dafür, das Schuljahr gerade nicht in den USA zu verbringen und die etwas ausgetretenen Pfade zu verlassen.

Die Länderwahl ist eine ganz persönliche Entscheidung. Du musst Dich damit wohl fühlen und gerne und offen in das Land gehen wollen. Falls Du bei Deinem Land noch nicht bereits fest entschlossen bist, so hilft vielleicht eine Gegenüberstellung von Vorzügen und Nachteilen. Bei der Auflistung sollte Dich aber jemand unterstützen, der schon einmal länger in dem Land war, denn manchmal sind es die verborgenen Schätze, die die besonderen Erfahrungen ausmachen.

Hier nun von uns 10 Gründe dafür, das Auslandsschuljahr gerade in den USA zu verbringen:

  1. Es gibt viele Gastfamilien in den USA, die bereit sind einen Austauschschüler aufzunehmen.
  2. Die Gastfamilien bekommen meist kein Geld dafür. Damit ist die Motivation eher auf den Austauschgedanken gerichtet. Sie freuen sich, einen deutschen Schüler aufzunehmen, denn Deutschland ist beliebt.
  3. Die amerikanischen High Schools sind sehr offen, bieten viele Möglichkeiten und Gelegenheiten Leute kennen zu lernen.
  4. Die USA sind insgesamt ein sicheres Land, auch wenn viele Großstädt Probleme haben. Austauschschüler kommen meist in ländlichere Gegenden, so dass man wegen der Sicherheit kaum eingeschränkt ist.
  5. Auch um die Gesundheitsversorgung muss man sich keine Gedanken machen.
  6. Ein Jahr in den USA ist im Vergleich zu anderen englischsprachigen Ländern recht günstig.
  7. Die amerikanische Kultur unterscheidet sich doch spürbar von der Deutschen. Im Austausch möchte man ja gerade kulturelle Unterschiede erleben. Sicher bringen z.B. asiatische Kulturen noch mehr an interkultureller Erfahrung. Für den entscheidenden Lerneffekt sind die USA aber ausreichend oder vielleicht sogar genau richtig.
  8. Wenn man Schwierigkeiten hat, Unterstützung für den Auslandsaufenthalt etwa bei der eigenen Familie zu bekommen, so wird man bei den USA auf die geringsten Bedenken stoßen.
  9. Mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Bundestages gibt es ein Stipendienprogramm ausschließlich für die USA, dass es in dem Umfang für kein anderes Land gibt. Erst recht kein englischsprachiges Land.
  10. Im Lebenslauf kann man später mit den USA immer punkten. Andere Länder können zwar auch sehr viel Interesse wecken, aber mit den USA kann man im Prinzip nichts "falsch" machen.
Kleinstadt in den USA

Das sind eine Menge guter Gründe für die USA, aber welche sprechen dagegen?

  1. Ein Amerika-Jahr gilt schon fast als "Normal". Das ist natürlich etwas überspitzt, aber in dieser globalisierten Welt waren sehr viele Leute schon länger in den USA oder Kanada.
  2. Mit der Globalisierung haben sich auch die Kulturen etwas angenähert oder man kennt die amerikanische Kultur schon zu einem gewissen Grad: Der interkulturelle Lerneffekt ist daher anderswo sicher größer.
  3. Die Sprache sollte ohnehin nicht der Hauptgrund für einen Schüleraustausch sein und Englisch lernt man in der Schule immer früher und kann dies immer leichter durch Sprachreisen ergänzen. Des Englisch wegen bietet es sich also immer weniger an, diesen weiten Weg auf sich zu nehmen.
  4. Einige High Schools nehmen sehr viele Austauschschüler auf. Das könnte es schwieriger machen, sich zu integrieren. Zum Beispiel weil von früheren Gastschülern auf deren Nachfolger geschlossen wird oder weil die amerikanischen Schüler bereits mehrfach bewusst die Erfahrung gemacht haben, dass die Austauschschüler sowieso nach einem Jahr wieder gehen.
  5. Die Programmplätze in den USA sind zum Teil knapp. Es gibt Länder, wo es auch bei ungünstigeren Voraussetzungen möglich ist einen Platz zu bekommen.
  6. Bei knappem Budget und wenigen Aussichten auf ein Stipendium gibt es noch kostengünstigere Länder. Sowohl der Programmpreis, als auch die laufenden Kosten sind besonders in Osteuropa, aber auch in vielen anderen Ländern niedriger. Interkulturelle Erfahrungen wird man dort genauso sammeln und zudem eine Sprache lernen, die "nicht von der Stange" ist.
  7. Ein Jahr innerhalb der EU ist deutlich unkomplizierter zu organisieren und spannende Länder gibt es auch in Europa genügend.
  8. Die Freiräume von Jugendlichen sind in den USA geringer als in vielen anderen Ländern. So gibt es Bundesstaaten, in denen Volljährigkeit erst mit 21 Jahren erreicht wird oder andere, bei denen die volle Strafmündigkeit dagegen schon ab 16 Jahren besteht. Ohne Zweifel sollten Austauschschüler sich nicht nur im Rahmen der Gesetze, sondern darüber hinaus auch vorbildlich verhalten. Aber wer kann schon wissen, in welche Situation man gerät.
  9. Mobilität kann gerade im ländlichen Bereich schwierig sein. Zwar kann es durchaus eine gute Chance sein, andere Leute (auch näher) kennen zu lernen, wenn man für alles einen "Ride" braucht. Gelegentlich lädt man dann zum Beispiel zu einem Eis ein. Aber dennoch kann es gelegentlich unmöglich sein, Veranstaltungen oder Freizeitaktivitäten zu besuchen.
  10. Viele Jugendliche in den USA sind schon während der High School mit Jobs sehr ausgelastet. Da bleibt oft nicht viel Freizeit und Gelegenheit zusammen etwas mit einem Austauschschüler zu unternehmen.
Jetzt liegt es an Dir zu entscheiden, ob du in die USA möchtest oder nicht!

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