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Die Redaktion

Erste Sprachkenntnisse

Wie viel Sprachkenntnisse sind beim Start in ein Austauschjahr wirklich notwendig? Inwieweit hängt das vom Reiseziel ab? Und kann man auch ohne Sprachkenntnisse an einem Austauschjahr teilnehmen?

Generell hat sich in den letzten über 50 Jahren Schüleraustausch einiges weiterentwickelt. Eine solche Reise ist mittlerweile klar durchorganisiert, mit diversen Versicherungen abgesichert und fußt auf gesetzlichen Pflichten wie Rechten für alle Beteiligten. Dennoch ist ein Austauschjahr auch heute noch keine einfache Pauschalreise und eine bestmögliche Vorbereitung ratsam. Gute bis sehr gute Sprachkenntnisse bieten euch sicherlich den besten Schutz vor Missverständnissen und Konflikten während des Austauschjahres.

Theoretisch und grundsätzlich ist eine Bewerbung ohne irgendwelche Sprachkenntnisse möglich. Dies betrifft vor allem jene Sprachkulturkreise, die an deutschen Schulen nicht standardmäßig angeboten werden - wie Hebräisch, Japanisch, Arabisch oder Portugiesisch. Hier empfehlen aber alle seriösen Organisationen den Schülern, vor der Abreise unbedingt einen Crash-Kurs zu belegen. Im Normalfall wird bei der Einreise das Sprachniveau durch einen allgemeinen Sprachtest festgestellt, auf dessen Auswertung hin den Austauschschülern dann der entsprechende Sprachkurs zugewiesen werden kann.
DENNOCH! Es gibt eine Menge guter Gründe, weshalb ihr spätestens in der Vorbereitungsphase mit dem Sprachenlernen beginnen solltet.


Bestimmungen und Kriterien der Austauschorganisationen und des Gastlandes

Wie viel Sprachkenntnisse ihr für das Austauschjahr und die Bewerbung im Speziellen benötigt, solltet ihr im Vorfeld bei den jeweiligen Austauschorganisationen oder Botschaften erfragen. Da dies oftmals von den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes oder den Bewerbungsvoraussetzungen der Austauschorganisationen abhängt.
Einige und vor allem europäische Länder (bspw. Frankreich) fordern von den Austauschschülern bereits ein hohes Sprachniveau, damit diese am Unterricht angemessen teilnehmen können. Darüber hinaus können fundierte Sprachkenntnisse aber auch für die Erteilung eines Visums relevant sein. So benötigt man zum Beispiel für den Schüleraustausch in Russland von Beginn an Grundkenntnisse der russischen Sprache.

Ein weiteres Kriterium ist natürlich das bereits vorhandene Sprachniveau des Bewerbers. Je umfangreicher die Sprachkenntnisse bei eurer Anreise bereits sind, umso leichter gelingt euch auch der Start ins Austauschjahr. Darüber hinaus können die Chancen für eine Aufnahme ins Programm steigen, wenn auch eure Sprachkenntnisse dementsprechend überzeugend sind.

Insbesondere bei schwierigen Sprachen (bspw. Chinesisch, Griechisch oder Russisch) und Kulturkreisen (arabische Länder) sollte man sich im Vorfeld unbedingt vorbereiten. Hinzukommt, dass gerade bei diesen kulturell sehr spannenden Ländern gute bis sehr gute Sprachkenntnisse ein überzeugendes Argument für eure Eltern sein können, die von den Reiseplänen erst noch überzeugt werden müssen.


Weitere Vorteile

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    Sprache macht Freu(n)de
  • Während des Austauschjahres seid ihr rechtlich für bestimmte Dinge selbst verantwortlich. Und da das Gastland meist eine andere Mentalität und Rechtslage als Deutschland besitzt, sollte für die Verständigung ein gewisses Sprachniveau vorliegen.
  • Erste Sprachkenntnisse zeigen, dass ihr Interesse für die Kultur der Gastgeber habt.
  • Gute Schulnoten im sprachlichen Bereich bereichern nicht nur jedes Motivationsschreiben oder den Brief an die Gasteltern, sondern auch eure Bewerbung bei der Austauchorganisation.
  • Wer eher schüchtern ist, kann mit der Sprache punkten.
  • Sprache ist das beste Integrationsmittel und es hilft Heimweh zu überwinden.
  • Missverständnisse sind bei einem Austauschjahr vorprogrammiert. Sprache hilft diese zu überwinden.
  • Wer am Unterricht aktiv teilnehmen möchte, für den sind Grundkenntnisse quasi überlebenswichtig.
  • Wer bereits Grundkenntnisse aus dem Schulunterricht mitbringt, muss sich allenfalls überlegen, ob ein landestypischer Sprachkurs als Vorbereitung noch gut wäre.


Vorbereiten, aber wie?

Wenn ihr bei eurer Bewerbung noch keine oder nicht genügend Sprachkenntnisse vorweisen könnt, lasst euch davon jedoch nicht entmutigen. Keine Organisation und kein Gastland erwartet, dass ihr bereits sehr gute Fähigkeiten habt.

Wer aber vor der Abreise die Sprache des Gastlandes erst noch lernen muss und in der Schule dafür kein Angebot findet, wird um einen Vorbereitungs- oder Crashkurs nicht herumkommen. Ob das dann ein Volkshochschul- oder Intensivkurs sein wird, ihr lieber ein Onlineangebot wahrnehmt oder einen Tandempartner wählt, das bleibt euch und eurem Geldbeutel überlassen.
Hierfür ein kleiner Tipp: Auf dem Onlinekanal You Tube befindet sich so mancher kompakte und hervorragend produzierte Sprachkurs als Video.


Abschließend: Bei all der Vorbereitung vergesst aber nicht den Spaßfaktor, denn ohne den lohnt sich weder das Lernen einer Sprache noch das Austauschjahr.



Zum Schluss noch ein paar lesenswerte Seiten zu dem Thema:

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