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Schonungslos Japanisch

Erfahrungsbericht



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Schonungslos Japanisch: Ein High School-Jahr zwischen Moderne, Tradition, Gastfamilie und Manga
Mona I. Thraen

Für ein Jahr fand die 17-jährige Schülerin Mona I. Thraens eine neue Heimat in Kiryû, einer Stadt im Großraum von Tokyo. Sie lebte in drei verschiedenen Gastfamilien und besuchte eine japanische High School. Nachträglich verarbeitete sie ihre Tagebucheinträge. Das entstandene Buch ist detailliert bis minuziös, gibt unverblümt Einblicke in das Leben japanischer Familien und zeigt auf, dass das Leben japanischer Jugendlicher sich vor allem in der Schule abspielt.

Die Autorin macht kein Geheimnis daraus, dass das Buch retrospektiv auf der Grundlage von Tagebucheinträgen geschrieben wurde. Aber auch mit diesem Wissen bleibt die Aufarbeitung der Tagebucheinträge schwierig: Das Buch ist aus Perspektive der 17-jährigen Mona geschrieben, die allzu häufig zu erwachsen, zu reif und zu ausschweifend daher kommt. Grund hierfür ist das Verschmelzen ihrer Erlebnisse mit den Gedanken und Interpretationen der erwachsenen Mona. Dadurch wirken ihre Erfahrungen und Gedanken an vielen Stellen des Buches weniger authentisch. Es fällt schwer zu glauben, dass die damals 17-jährige Mona tatsächlich stets so reif und erwachsen während ihres Austauschjahres dachte und reagierte.

Kurzum: So manchmal verließ mich der Lesespaß, da ich lieber mehr von der 17-jährigen Mona als von der erwachsenen Mona erfahren wollte. Dennoch gibt das Buch unverblümt und ehrlich Einblick in das Alltagsleben der Japaner und erklärt uns ihr häufig befremdlich anmutendes Verhalten. Auch verschweigt das Buch nicht, wie schwierig die Anpassung an die japanische Kultur ist. Für angehende Japan-Austauschschüler und Japan-Interessierte ist das Buch also durchaus eine Empfehlung.


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