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My second home

Seine Austauschorganisation platzierte Alexander in eine Großfamilie. Eine für ihn neue und ganz wunderbare Erfahrung.

Am 23. August 2017 begann wahrscheinlich die beste Reise meines Lebens. Ich war auf dem Weg zu meiner neuen Familie in den USA. Zu dem Zeitpunkt war ich natürlich sehr aufgeregt und mir war auch sehr mulmig zumute. Es war nicht einfach mein vorheriges Leben in Deutschland zurückzulassen, aber schon nach ein paar Wochen war mir klar, dass dieses Jahr eines der Besten meines Lebens sein würde. Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre, dass ich von meiner Gastmutter am Flughafen abgeholt wurde und das erste Mal meine Gastbrüder aus der Schule abgeholt habe. Auch an meinen ersten Schritt in das noch unbekannte Haus kann ich mich sehr gut erinnern, noch nicht ahnend, dass das sehr bald mein 2. Zuhause werden würde. Mein 1. Tag war einfach nur perfekt. Meine Gastfamilie war mir sehr sympathisch, sodass ich mich direkt heimisch gefühlt habe.

Seitdem ich meine Gastfamilie das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass ich mich hier auf Anhieb wohl fühlen würde. Es stand nur leider noch nicht fest, dass ich hier bleiben dürfte. Meine Gastfamilie sollte eigentlich nur eine Übergangs-Gastfamilie sein. Aber nach nur 3 Tagen haben sie entschieden, dass ich die nächsten 10 Monate bei ihnen bleiben soll. Sie haben es geschafft, dass ich mich schon nach kürzester Zeit heimisch gefühlt habe. Ich war nicht der komische Austauschschüler, den man für 10 Monate aufgenommen hatte, ich war ein Teil der Familie.
Und diese Familie war riesig. Eine komplett neue Erfahrung für mich, da meine Familie in Deutschland leider sehr klein ist. Aber das Besondere für mich war, dass ich nicht nur von meinen Gasteltern und Geschwistern so gut aufgenommen wurde, sondern von der gesamten Familie. Ein großer Unterschied für mich war, dass alle in der Familie sehr jung waren. Meine Gasteltern, Jonathan und Evalani, sind erst 31 und 29. Da ich keine Geschwister habe, war auch dies eine große Umstellung für mich, auf einmal zwei “Brüder” zu haben. Meine Gastbrüder, Israel und Elijah, 8 und 7, waren aber direkt wie Geschwister für mich. Ich habe versucht, ihnen ein guter großer Bruder zu sein.

Auch eine wundervolle Erfahrung ist es gewesen, dass meine Gastmutter schwanger war. Das Baby kam Anfang Januar zur Welt und es war wirklich schön, auf einmal ein Baby in der Familie zu haben. Manchmal war es zwar auch anstrengend, aber ich habe die Zeit mit Micah trotzdem genossen.

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Weihnachten - eine besondere Zeit
Auch die Weihnachtszeit habe ich überraschenderweise gut überstanden, Ich hatte einige Bedenken, ob ich eventuell Heimweh bekommen könnte. Aber bei so einer großen Familie hatte ich gar keine Zeit an Heimweh zu denken. Heiligabend waren wir erst bei meiner Gastoma und danach in der Kirche. Am ersten Feiertag gab es dann morgens Geschenke für alle. Auch ich wurde reichlich beschenkt, danach ging es zur Familie. Dort trafen wir dann auf über 40 Familienmitglieder. So etwas kenne ich nicht und ich war total überwältigt und froh, sie alle „meine neue Familie“ nennen zu können.

Meine Gastfamilie hat mir auch die Chance gegeben mich sozial zu engagieren, da sie selber in der Kirche sehr engagiert waren. Also waren wir jeden Mittwoch und Sonntag in der Kirche. Am Anfang war ich überhaupt nicht begeistert davon, aber nach den ersten Malen wurde mir klar, welche große Möglichkeit es mir bietet, Kontakte aufzubauen.

Mein besonderes Highlight war der gemeinsame Urlaub mit meiner Gastfamilie und meinem Gastonkel und dessen Frau und Kindern. Wir waren eineinhalb Wochen unterwegs in Arizona und Kalifornien. Warst Du schon mal mit 8 Kindern unter 7 Jahre im Disneyland? Nein? Na gut, es war anstrengend, aber eine wundervolle Erfahrung. Es war einfach nur schön, so viele glückliche Kinderaugen zu sehen.

Durch dieses Auslandsjahr bin ich gewachsen und ein anderer Mensch geworden. Es hat mir eine einmalige Chance geboten, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Leute kennenzulernen. Ich habe ein zweites Zuhause gefunden und ich sehe die Welt mittlerweile ganz anders. Ich bin viel offener Menschen gegenüber und viel mehr an der Welt interessiert. Auch dank meiner Gastfamilie.

Alexander


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Familienurlaub
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Meine Gastfamilie

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