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Warum ist ein Nachbereitungsseminar wichtig?

Viele Austauschschüler und Eltern unterschätzen die Herausforderungen, die die Rückkehr in das Heimatland mit sich bringt. Nachbereitungsseminare können eine hilfreiche Unterstützung sein, die Rückkehr zu reflektieren und auftretende Probleme besser meistern zu können.

Ein ganzes Schuljahr oder mehrere Monate im Ausland zu verbringen ist - vor allem für junge Menschen - eine große Entscheidung. Genauso groß sind auch die Veränderungen, die in den Austauschschülern vorgehen, wenn sie für längere Zeit in einem anderen Land leben. Sie tauchen in eine komplett andere Welt ein. Sie leben nicht nur ihren Alltag in einer fremden Sprache. Sie werden Teil einer neuen Familie, gewöhnen sich in einer neuen Nachbarschaft ein, lernen ein neues Schulsystem kennen und knüpfen neue Freundschaften.

Das Großartige ist, dass sie am Ende ihres Austausches ein zweites Zuhause gefunden haben. Die fremde Sprache, die neue Familie, Nachbarn und Freunde, die Gastschule und das alltägliche Leben sind zur Normalität geworden. Am Ende des Austausches sind sie erst so richtig angekommen. Und genau die Tatsache, dass die Austauschschüler eine zweite Heimat in der Ferne gefunden haben, macht ihre Rückkehr nach Deutschland so schwierig.

Wieder in Deutschland angekommen, stehen viele ehemalige Austauschschüler sprichwörtlich zwischen zwei Welten. Denn während sie die große weite Welt entdeckt haben, ist die Welt zuhause natürlich nicht stehen geblieben. Die Heimat, die man vor einigen Monaten verlassen hat, hat sich genauso verändert wie man selbst. Für frisch zurückgekehrte Austauschschüler kann es deshalb eine große Herausforderung sein, sich wieder in den „deutschen“ Alltag einzugewöhnen und in das alte Umfeld in die eigene Familie, die Schule und den Freundeskreis zurückzukehren.

Man spricht bei diesem Phänomen vom „Reverse Culture Shock“, also vom umgekehrten Kulturschock. Wir - wie auch viele andere Austauschorganisationen - bereiten unsere Schüler schon vor der Abreise und auch während ihres Aufenthaltes im Ausland darauf vor, welche Herausforderungen nach ihrer Rückkehr auf sie zukommen können. Trotzdem finden wir, dass die Nachbereitung des Austausches genauso wichtig ist wie die Vorbereitung und die Betreuung während des Auslandsaufenthaltes.

Das Nachbereitungsseminar gibt den Schülern die Möglichkeit, über ihren Austausch und auch über die Erfahrungen, die sie nach ihrer Rückkehr gemacht haben, zu sprechen. Natürlich geht es aber nicht nur darum, Herausforderungen anzusprechen. Zusammen mit den Seminar-Teamern erarbeiten die Schüler in kleinen Gruppen Lösungen und Tipps für die Überwindung des „Reverse Culture Shock“. Gleichzeitig möchten wir den Schülern auf dem Nachbereitungsseminar aber auch zeigen, wie sehr sie an ihren Erfahrungen im Ausland gewachsen sind.

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Erfahrungsaustausch mit anderen Ausgetauschten ist hilfreich

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Auch der Spaß kommt bei einem Nachbereitungsseminar nicht zu kurz!

Schlussendlich soll den Teilnehmern vermittelt werden, dass die Veränderung, die in ihnen vorgeht, in erster Linie etwas Schönes und Begrüßenswertes ist. Die Botschaft des Nachbereitungsseminars ist, die Veränderung anzunehmen und darüber zu sprechen. Denn nur so können die Schüler die beiden Welten, die sie nach ihrem Schüleraustausch in sich tragen, miteinander in Verbindung bringen.

Partnership International e.V.

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