Kanadische Flagge, Quelle: Olav Schneider / pixelio.de

Janna D.

Alltag in einem kanadischen Internat

Jule hat ihr Austauschjahr an einem Internat in Kanada verbracht. Weil es ihr so gut gefiel, hat sie ihren Aufenthalt auf drei Jahre verlängert.

Ich bin In Kanada nicht in einer Gastfamilie, sondern in einem Internat. Am ersten Tag wurde ich von unserer Hausmutter und einer anderen Deutschen vom Flughafen abgeholt, dann habe ich erstmal in Ruhe ausgepackt und meine Zimmernachbarin kennen gelernt. Wir sind zusammen raus gegangen, haben uns dem Campus angeguckt und haben danach im Zimmer von einem gesessen und geredet. Damals kannte ich das Mädchen noch nicht, inzwischen ist sie meine beste Freundin. Überhaupt habe ich ziemlich schnell Freunde gefunden und ich habe mich gleich mit allen sehr gut verstanden.

Schon am zweiten Tag bin ich in die Schule gegangen. Ich war erstmal ein bisschen verloren und wusste nicht, wo ich hinmusste, aber das ging ja allen Neuen so. Es war erstmal komisch in Schuluniform zur Schule zu gehen und vor dem Unterricht Gottesdienst zu haben, aber danach war ich den ganzen Tag ziemlich beschäftigt damit, meine Klassenräume zu finden, mir neue Namen zu merken und alle kennen zu lernen. Wir haben hier deutlich weniger Freizeit als zu Hause: Unterricht von 8-16 Uhr, dann bis 17.30 Sport und von 8-10 Uhr abends müssen wir alle in unseren Zimmern sein und Hausaufgaben machen. Aber das ist es auf jeden Fall Wert!

Kanadische Landschaft, Quelle: Jürgen Hoinka / pixelio.de
Kanadische Landschaft, Quelle: Jürgen Hoinka / pixelio.de


Was mich überrascht hat, ist, dass Mädchen und Jungen hier außerhalb des Unterrichts praktisch nichts miteinander zu tun haben. Die Freundschaften, die man hier schließt, sind nicht so eng wie zu Hause, obwohl wir alle zusammen wohnen. Ich glaube, das liegt an der Kultur hier, denn mit zwei anderen Deutschen hier bin ich sehr eng befreundet. Die letzten paar Monate im letzten Jahr waren am besten, es wurde langsam wieder wärmer und ich kannte auch schon viel mehr Leute. Wir waren die meiste Zeit draußen, ich habe im Running Club mitgemacht, also waren wir jeden Tag laufen.

Die Schule hier ist sehr gut. Man findet sehr schnell Freunde, weil hier einfach alle sehr aufgeschlossen sind und gleich auf Neue zugehen. Deshalb habe ich auch meinen Aufenthalt hier auf 3 Jahre verlängert (10.-12. Klasse) und werde nächstes Jahr hier an der Schule meinen Abschluss machen. Ich spreche jetzt fließend Englisch und ich habe gelernt anderen gegenüber aufgeschlossener zu sein. Ich habe auch im Unterricht viel gelernt und ich habe viel über die Länder gelernt, aus denen meine Freunde kommen. Außerdem habe ich viel von Kanada gesehen. Ich werde auf jeden Fall nach meinen drei Jahren ab und zu mal wieder zu Besuch kommen, aber ich könnte es mir nicht vorstellen für immer hier zu bleiben. Deswegen gehe ich auch nach meinem Abschluss wieder auf eine deutsche Uni.

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