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Die Redaktion

Gastfamilienbrief (host family letter)

Wie schreibt man den Brief an die Gastfamilie? Der Gastfamilienbrief ist eine Selbstdarstellung mit Folgen! Der Brief ist der erste Eindruck, den ihr bei eurer Gastfamilie hinterlasst und nicht selten, spielt er auch eine Rolle bei der Entscheidung, ob euch eine Familie aufnehmen möchte oder nicht.

Die Vorbereitungen für das Austauschjahr sind im vollen Gange. Doch eines steht noch an: Der Brief an die Gasteltern (host family letter). Diese sind euch entweder bereits bekannt oder der Brief entscheidet darüber, ob die Gastfamilie euch aufnehmen möchte oder eben nicht. Auf jeden Fall werdet ihr eine lange Zeit mit wild fremden Menschen verbringen. Deshalb nehmt euch für diesen Brief etwas Zeit und Muse. Denn der Brief an die Gastfamilie ist eine gute Möglichkeit, euch selbst gut zu präsentieren.

Steht die Gastfamilie bereits fest, lohnt sich ein erster Anruf. Das erfordert zwar manchmal viel Mut, aber hier könnt ihr Informationen austauschen und einen ersten Eindruck gewinnen. Der nachfolgende Brief kann dann auf bestimmte Aspekte genauer eingehen oder solche erwähnen, die im Telefonat nicht besprochen wurden. Ist euch die Gastfamilie dagegen noch unbekannt, ist dieser erste direkte Briefkontakt der erste Eindruck, den ihr dort hinterlasst.

Wenn möglich schreibt den Brief in der Landessprache oder zumindest in Englisch. Dabei solltet ihr nicht jedes Wort nachschlagen, sondern ruhig euren aktuellen Wortschatz verwenden. Das wirkt authentisch und sympathisch. Sonst bekommen eure Gasteltern noch einen falschen Eindruck von euren Sprachkenntnissen.

Es gibt verschiedene Punkte, die in eurem Brief unbedingt enthalten sein sollten. So genannte Hard Facts wie Alter, Wohnort, Familiensituation, Werdegang und Schule. In der dann folgenden Selbstbeschreibung spielen vor allem Hobbies, Interessen, Fähigkeiten und Eigenschaften eine große Rolle. Zeigt, dass ihr vielseitige Interessen habt und gestaltet auch eure Selbstdarstellung mehrdimensional. Denn sind eure Interessen zu speziell oder vielleicht sogar teuer, dann schreckt das eventuell die potenzielle Gastfamilie ab.

Seid auf jeden Fall genauso authentisch und ehrlich wie bei eurem Motivationsschreiben an die Organisation. Unrealistische Beschreibungen führen zu falschen Erwartungen und damit zu Enttäuschungen - auf beiden Seiten. Sympathie kann vor allem dann entstehen, wenn man mal die gestelzten Formulierungen verlässt und ein wenig persönlicher schreibt.


Punkte, die ein host family letter enthalten sollte:

  • Allgemeines Vorstellen des Gastschülers, Familienverhältnisse und das Familienhaus beschreiben. Was könnt ihr über eure engsten Familienmitglieder sagen (bspw. Arbeit)? Wo lebt ihr und was gibt es Besonderes über euren Heimatort zu berichten?
  • Über euch selbst: In welcher Klasse lernt ihr? Besonderheiten der Schule und des Schulsystems? Lieblingsfächer?
  • Beschreibt euren Alltag und Tagesablauf. Gibt es tägliche Arbeiten, die ihr zu Hause erledigt? Wie bringt ihr euch zu Hause und/oder gesellschaftlich ein?
  • Über eure Freizeit, Hobbies: Sport, Kunst, Lesen, besondere Interessen.
  • Und ganz wichtig: Warum wollt ihr ausgerechnet ein Austauschjahr in diesem Land, bei dieser Familie und in diesem Sprach-Kulturkreis machen? Was erwartet ihr persönlich von diesem Jahr und dem Aufenthalt bei eurer Gastfamilie?
  • Bedankt euch bei der Gastfamilie für die Chance, bei ihnen ein Jahr lang leben und deren Alltag, Kultur und Sprache miterleben zu können.


Punkte, die der host family letter enthalten kann:

  • Berichtet kurz von eurem Freundeskreis und was ihr so normalerweise unternehmt.
  • Wie beschreiben andere (Familie, Freunde) euch?
  • Eventuelle gesundheitliche Aspekte wie Allergien (bspw. gegen Katzenhaare) solltet ihr hier auch erwähnen. So weiß eure Gastfamilie, ob das eigene Haustier nicht zum gefährlichen Allergieauslöser wird.
  • Eure Einstellung und Meinung zu Tieren oder zum Beispiel religiösen Fragen. Könntet ihr euch vorstellen mit der Gastfamilie auch zum Sonntagsgottesdienst zu gehen, selbst wenn ihr nicht gläubig seid?
  • Fragen an die Gastfamilie. Sicherlich gibt es vieles, was ihr von ihnen wissen möchtet. Stellt ihnen Fragen zu ihrem Wohnort, ihrem Beruf und den Freizeitaktivitäten vor Ort etc.


Anregungen und Beispiele für den Gastfamilienbrief findet ihr in unserem Forum. Dort kannst du natürlich auch selbst Fragen los werden!

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