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Gastfamilienwechsel – Ein Erfahrungsbericht

Ein Erfahrungsbericht über Schwierigkeiten und einen sehr unkomplizierten Gastfamilienwechsel.

Hallo,

ich bin Mark und war von 2000-2001 für 10 Monate als Austauschschüler in Richmond/Virginia. Leider kam es schon ziemlich von Beginn an zu ersten Probleme mit der Gastfamilie: sie war sehr religiös und wollte mich (als Atheist) am liebsten "bekehren". Das Thema "Kirche" wurde sehr groß geschrieben, und um ihnen ein Gefallen zu tun, war ich zweimal mit in der Kirche. Doch ich konnte meine Ablehnung nur schwer unterdrücken, was ich mit Kopfschütteln (ließ sich nicht unterdrücken) zum Ausdruck brachte. Die Familie war nicht nur schwer gekränkt, sondern es war ihr auch offensichtlich peinlich, dem Rest der Gemeinde gegenüber. Von nun an brauchte ich nicht mehr mit in die Kirche.

Doch das war nicht das einzige Problem: es gab einen Sohn (Einzelkind) der etwas jünger war. Der wollte gern einen ATS als zeitweiligen Bruder haben. Doch offenbar entsprach ich nicht seinen Vorstellungen, außerdem verschreckte meine – manchmal etwas direkte Art – die Eltern und sie fürchteten einen schlechten Einfluss auf ihren Sohn.
Schnell wurde klar, dass meine lockere Art nicht mit der sehr an Konventionen gebundenen Art der Familie harmoniert. Auch meine Koordinatorin merkte beim nächsten Anruf, dass etwas nicht stimmt und versuchte dann zwischen mir und der Familie zu vermitteln. Doch mir war klar, dass ich so schnell wie möglich raus wollte und erzählte einem guten Kumpel von der High School von meinem Problem. Dann ging alles sehr schnell, denn er fragte noch am gleichen Tag seine Eltern um Erlaubnis und ich zog bei ihm ein.

Für die Organisation war das auch kein Problem: ich teilte der Koordinatorin meine neue Adresse mit und sie kam, um den Papierkram mit der neuen Familie abzuwickeln. Erst jetzt konnte ich mein Austauschjahr richtig genießen, und die Familie war um einiges lockerer, wahrscheinlich schon allein weil sie mehrere Kinder hatte. Mit meinem Kumpel bin ich auch heute noch im Mail-Kontakt.

Ich glaube, dass es eine gute Voraussetzung in der Gastfamilie ist, wenn sie mehr als nur ein Kind hat. Außerdem hätte ich mich auf einer kleinen High School wohl nicht so wohl gefühlt, an meiner gab es 1300 Schüler und da gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten für Kontakte und Aktivitäten. Außerdem ist es immer gut, wenn man sich nicht nur auf andere verlässt, sondern auch mal selbst die Initiative ergreift.

Alles Gute
Mark

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