Re: Zwickmühle mit Gastfamilie

wenn du dich wirklich unwohl fühlst, dann solltest du wechseln.
wenn es wirklich nur das platzproblem ist, würde ich es mir nochmal überlegen... ich hab zweimal die familie gewechselt, und nach dem esten wechsel, wurde alles nur viel schlimmer. dann hab ich nochmal gewechselt, und besser hätte es nicht sein können.

vielleicht kannst du mit deiner gastfamilie darüber reden, dass du ein bisschen Platz und ruhe für dich brauchst. wenn du es ihnen nett rüberbringst, verstehen sie das bestimmt... wenn du darfst (in südamerika ist das ja so ne sache... ^^), verlass so oft wie möglich die wohnung und versuch was mit deinen freunden zu machen. ich weiß, nach drei wochen ist das noch schwer, weil man noch keine so guten freunde hat, aber das wird schon...

vielleicht ist das typisch für südamerika, dass sie ständig übers geld reden und dass für sie alles so teuer ist. mein (dritter) gastvater hat 400 US-Dollar im Monat verdient, und als ich das gehört hab, war ich echt geschockt... ich hab dann ab und zu irgendwas mitgebracht oder bin mit meinen Schwestern Eis essen gegangen, was sie sich halt nicht leisten konnten. aber das muss man wiederum so machen, dass die familie sich dabei nicht schlecht fühlt... Das ganze ist ein Geben und Nehmen, dh. du kannst von deiner Familie nicht nur verlangen, dass sie dir ein Dach überm Kopf und was zu Essen bieten, sondern du musst ihnen dafür auch etwas geben (das beschränkt sich aber nicht nur auf materielle Dinge). Wie wärs wenn du deiner Familie im Buchladen hilfst?

es kann also schlimmer oder besser werden, aber wenn dir wirklich was an deiner familie liegt, du sie magst, und das auf gegenseitigkeit beruht, würde ich bleiben.

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vom 29.8.2008 01:58
C. S.

Seufz

Mh ja es sind mehrere Sachen. Ich habe einen Gastbruder mit dem ich mich ziemlich gut verstehe, aber ich hänge jetzt mehr als 3 Wochen ununterbrochen mit ihm rum. Dann habe ich mal einen Tag lang nicht viel mit ihm gemacht, sondern war mit anderen Leuten weg und hab nachher nachts etwas gechattet. Meine Gastmutter hat deswegen geweint und mein Gastbruder war traurig wieso ich nichts mit ihm gemacht habe. Ich hab ihnen erklärt das ich doch total viel mit ihnen machen würde und sie haben mir gesagt wenn ich mich so wenig mit ihnen machen würde, würden wir nicht zusammen als Familie funktionieren. Dabei mach ich Tag und Nacht etwas mit meinem Gastbruder und wenn meine Gastmutter da ist bin ich auch die ganze Zeit mit ihr zusammen. Ich hab darüber geredet aber sie haben die Vorstellung das ich 24/7 für sie da sein soll und wollen nicht das ich Zeit für mich habe, oder Zeit ohne sie mit meinen Freunden. Die Familie ist zwar nett, ich komme gut mit ihnen aus, aber es gibt halt viele Sachen die mich stören. Ich will zwar in eine Familie integriert werden, aber die sind super aufdringlich und verstehen nicht meine Position. Dazu kommt dann noch die kleine Wohnung und das macht das ganze dann zu einem großen Problem.
Es gibt viele kleinere/mittlere Sachen die mich stören und an den meisten kann ich einfach nichts ändern.
Wenn ich nur kurz versuche meinen 100%-Tolerant Kurs in etwas Kritik zu ändern will ich hier sofort weg. Sie sind auch völlig irritiert wenn ich eine Entscheidung hinterfrage. Ich hatte mich heute zB. mit ein paar Freunden verabredet (mein Bruder ist natürlich mitgekommen). Als er dann sagte das wir um 7 wieder zuhause sein müssen, hab ich ihn gefragt wieso und er wollte mir einfach keinen Grund nennen. Zum Schluss hat er mich angelogen und gesagt wir müssten das Essen zubereiten. Als wir dann weggegangen sind hab ich mich 2 Stunden gelangweilt weil wir nicht wirklich irgendetwas gemacht haben. Sowas passiert halt öfter.
Ich will mich in nichts hineinsteigern, aber Fakt ist das ich weder Zeit noch Platz für mich habe, was mir das Gefühl gibt hier weg zu wollen und daran kann ich auch nichts ändern. Schade ist nur das sie sonst wirklich nett sind und nicht erwarten das ich Probleme habe.

Re: Seufz

Ich würde versuchen, so viel wie möglich was mit deiner Familie zu unternehmen und ihnen gleichzeitig zu zeigen, dass du sie wirklich magst und du - was immer du auch mit ihnen machst - es gerne machst. Aber du musst auch klar stellen, dass du Zeit für dich brauchst, und auch was mit Freunden und Bekannten machen möchtest! Wenn sie das nicht verstehen, würde ich mal mit deiner Betreuerin/deinem Betreuer reden. Denn es kann nicht sein, dass deine Familie nicht möchte, dass du mit jemanden weggehst und sie dich nur für sich haben möchten.
Du musst aber auch bedenken, dass in Südamerika alles anders abläuft, und die Familien viel umsorgter um ihre Kinder sind, und da du jetzt auch ein Familienmitglied bist, musst du dich anpassen und akzeptieren, dass sie so umsorgt sind. Für uns Deutsche ist das ziemlich gewöhnungsbedürtig... ^^ Aber ich geh mal davon aus, dass es um sieben Uhr in Argentinien schon dunkel ist, dh, es ist gefährlicher und Eltern sind noch umsorgter um ihre Kinder.
Es gibt aber eine Anpassungsgrenze, dh. wenn du dich so sehr verbiegst, dass du nicht mehr du selbst bist, dann stimmt da irgendwas nicht. Und es macht keinen Sinn, in der Familie zu bleiben. Du musst dich wohl fühlen!
Eine Entscheidung zu hinterfragen, würde ich in Südamerika übrigens nicht. Thumb up Das hab ich am Anfang ziemlich oft gemacht... zu oft, und meiner Familie hat das nicht gerade gefallen. Ohnee

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C. S.
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