vom 13.5.2008 10:39
F. L.

persönlicher entwicklungsbericht yfu

Hab ich heute fertiggeschrieben, will mal wissen was andere davon halten...meine Hobbys sind in den Bewerbungsformularen genauer beschrieben, aber dieses hin und her welches Gastland könnte zu lang sein, oder?

Mein Name ist [NAME], ich wurde am[DATUM]in [ORT] geboren. [JAHR] sind meine Eltern mit mir nach [ORT]umgezogen, wo ich schon im Alter von zweieinhalb Jahren die Krabbelgruppe besuchte und so schon früh mit anderen Kindern Kontakt hatte. Im Dezember des gleichen Jahres wurde mein kleiner Bruder [NAME] geboren, mit dreieinhalb zogen wir auf die [ORT], wo ich erst einen Privatkindergarten besuchte, zu dem ein sehr großes Grundstück gehörte, auf dem wir immer viel im Freien spielten. Auch innerhalb des Hauses hatten wir viele natürliche Spielgeräte und nahmen die Mahlzeiten gemeinsam ein, was mir ein sehr gutes Gemeinschaftsgefühl vermittelte. Die Naturverbundene Art dieses Kindergartens ist mir bis heute gut in Erinnerung geblieben und hat sicher auch einen Teil dazu beigetragen, dass ich mich in Freizeitgruppen und ähnlichem sehr wohl fühle. Viele weitere Erlebnisse von Amrum sind mir ebenfalls noch deutlich vor Augen, gute wie schlechte. So habe ich einmal am Tresen des Schwimmbads, über dem wir wohnten, eine Broschüre hinter der frei zugänglichen Auslage genommen und wurde dabei von der Kassiererin erwischt. Noch Jahre später, wenn ich das Kleid sah, das ich zu diesem Zeitpunkt getragen hatte, schämte ich mich sosehr, dass ich von den Schuldgefühlen von allen „schlechten“ Taten abgehalten werde. Als ich schließlich sechseinhalb war, zogen wir aus beruflichen Gründen meines Vaters erneut um, diesmal nach [ORT], wo wir auch heute noch wohnen. Noch bevor ich in die Schule kam, besuchte ich eine zweiwöchige Kinderfreizeit in der Nähe ohne eine einzige Person zu kennen, allerdings fügte ich mich schnell ein und habe so einen ersten Schritt zur Selbstständigkeit gemacht. Etwas später kam ich in die erste Klasse der [SCHULE], wo ich trotz meiner Neuheit schnell neue Freunde fand, auch unter denen, die sich bereits seit dem Kindergarten kannten. Das Lesen und umgehen mit Zahlen hatte ich mir zuvor schon selbst beigebracht, da ich meine Lieblingsgeschichten selber lesen wollte ohne auf meine Mutter als Vorleserin angewiesen zu sein. Das erste Zeugnis lobte unter anderem meine Scharfsinnigkeit, Hilfsbereitschaft, meine gutüberlegten Antworten und meine Fähigkeit, gut und erfolgreich in Gruppen arbeiten zu können. In der Klasse war ich sehr beliebt und integriert und habe mich deshalb öfters als Streitschlichter betätigt.
In meinem dritten Schuljahr fragte ich im Schulchor selbstständig nach einer Rolle im Musical, die ich dann auch bekam, da ich im vierten Schuljahr keine Gelegenheit mehr hatte, dort mitzuwirken. Der Grund dazu lag darin, dass ich mich in der Schule öfters langweilte, weil mir die vielen Wiederholungen der Themen und der Themen selbst zu einfach waren, weshalb ich mit einem sehr guten Zeugnis die vierte Klasse übersprang und direkt auf das [SCHULE] ging, auch wenn ich meine alte Klasse vermisste. Dieser Wechsel brachte mir durch G8 zwar keinen Vorteil indem ich früher Abitur machen würde, aber er verhinderte einen Abfall meiner Noten aus Langeweile und erweiterte meinen Bekanntenkreis von denjenigen, mit denen ich in einem Jahrgang war und die ich von sonstigen Aktivitäten her kannte, auf diejenige, mit denen ich in die selbe Klassenstufe ging, wodurch ich auch eher mit Menschen verschiedenen Alters klarkomme. In der siebten Klasse allerdings fingen meine Mitschüler mich aufgrund meiner guten Noten zu mobben, weshalb ich schließlich auf das [SCHULE]wechselte. Diese nicht besonders schöne Erfahrung hat jedoch nicht nur schlechte Seiten gehabt, sondern mir auch geholfen selbstbewusster und schlagfertiger zu werden. In meiner neuen Klasse letztendlich fühle ich mich sehr wohl und bereue es schon fast, nicht von Anfang an auf diese Schule gegangen zu sein, die als reine Mädchenschule einen nicht unwesentlichen Teil zu meiner persönlichen Entwicklung in puncto Selbstbewusstsein und Offenheit beigetragen hat. Spätestens hier fingen meine Eltern an, mir viel Freiraum zu lassen, wodurch ich sehr selbstständig geworden bin, nicht nur durch das tägliche mit der S-Bahn in die Stadt fahren. Sie überlassen mir auch in der Schule die Entscheidung, ob ich zu lernen habe oder nicht. Da mir eben dies leicht fällt, habe ich viel Zeit für anderweitige Aktivitäten, die schon seit meiner Grundschulzeit meine Woche ausfüllen und mir höchstens einen freien Nachmittag pro Woche lassen, was jedoch keine Belastung für mich ist, da mir sonst eher langweilig würde. So habe ich viel Kontakt mit anderen Kindern und Jugendlichen, aber auch meine Familie ist nicht unwichtig. Neben meinen Eltern und meinem Bruder habe ich fünf kleine Cousins, die alle in der Nähe wohnen und mit denen wir uns öfters bei den Familientreffen bei unserer Großmutter treffen. Seit ich elf bin, fahre ich in den Sommerferien auf Freizeiten, vorwiegend allein, wo ich bereits mehrere Freunde getroffen habe, zu denen ich heute noch Kontakt habe. Da wir im Zeltlager überall selbst mithelfen mussten, mehr als bei mir Zuhause, durch etwa immer nach dem Essen selbst abspülen, Essen verteilen, Kloputzen etc. scheue ich mich auch nicht vor Hausarbeit und ähnlichem. Außer den Freizeiten fahre ich öfters mit meiner Familie oder Freunden in den Urlaub, wobei ich sehr viel wert darauf lege, jedesmal ein anderes Land zu besuchen, da ich möglichst viel verschiedene Orte, Menschen und Kulturen kennenlernen möchte, genauso wie der Rest meiner Familie. Ich freue mich immer etwas neues entdecken zu können und sammle inzwischen die Hauptstädte, in denen wir schon waren. Bei einem Campingurlaub in Schweden ist auch zum ersten Mal die Idee aufgekommen, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Ich war damals erst zehn und wollte unbedingt länger nach Schweden, worauf meine Mutter mir von Organisationen erzählte, mit denen man ein Jahr lang in ein Land gehen kann, ohne dessen Sprache zu können. Natürlich konnte ich mir noch nicht viel darunter vorstellen, war aber fest entschlossen, sobald ich alt genug wäre, ein Jahr nach Schweden zu gehen. Einige Zeit verstrich, in der ich älter und überlegter wurde, als ich anfang der neunten Klasse von einer Klassenkameradin hörte, die bereits in der zehnten Klasse ein Jahr nach Ungarn gehen wollte. Ich erinnerte mich wieder an meinen alten Wunsch und machte mich kundig. Inzwischen war ich der Meinung, lieber eine „wichtigere“ Sprache lernen zu wollen und besprach mich deshalb mit meiner Mutter. Erst wollte ich in ein spanischsprachiges Land in Südamerika, da ich diese Sprache immer gern gelernt hätte, aber nie konnte. Allerdings hätte ich, nebst der Tatsache, die Sprache davor noch nicht gesprochen zu haben, keinen einzigen Vorteil in der Schule und müsste auch Englisch wahrscheinlich wieder nachlernen. So kamen wir zu dem Schluss, ein englischsprachiges Land zu wählen. Im Oktober 2007 hatte ich von der Schule an einem Englandaustausch teilgenommen, bei dem ich eine Woche in einer Gastfamilie verbrachte und gut zurechtkam. Auf dem Rückweg, den ich zusammen mit den anderen Schülerinnen unserer Schule antrat, war mein Koffer kaputt, sodass ich erhebliche Schwierigkeiten hatte, ihn zu transportieren. Zwei Kanadier, die dies sahen, versuchten sofort mir zu helfen und schenkten danach noch unserer ganzen Gruppe Kanadaanstecker. Dieses Erlebnis mit den netten Kanadiern ließ mich, während ich bei der Entscheidung zwischen den USA, Neuseeland, Australien und Kanada hin und herschwankte, deutlich zu Kanada tendieren, dass sich nach näherem Erkundigen als das -meiner Meinung nach- perfekte Land herausstellte. Ich hatte von den USA gelesen, dass dort die meisten Gastfamilienwechsel stattfanden, außerdem reizte mich dieses Land nicht so stark. Neuseeland und Australien waren zwar sehr interessant, aber da ich nur eine Sommerabreise in Erwägung zog und das Schuljahr dort im Januar anfängt, nicht perfekt. Von Kanada hingegen hatte ich gelesen, was für ein gutes Schulsystem es hat und was für eine große Fächerauswahl. Als diese Entscheidung meinerseits gefallen war, las ich viel über mein Wahlland, während ich darauf wartete, dass man sich bei den Austauschorganisationen anmelden konnte. Mit jeder Einzelheit, die ich über Kanada erfuhr, war ich angetaner von diesem Land und bin heute fest entschlossen auf jeden Fall dort mein Auslandsjahr zu verbringen, auch wenn mich viele andere Länder ebenso reizen würden.
Ein Jahr in Kanada (oder sonst auch woanders) wäre eine wunderbare Erfahrung für mich und ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde. Ich hoffe, dass ich mit dem, was ich heute bin, und wozu mich meine Eltern, meine Freunde und meine sonstige Umwelt gemacht haben, geeignet dafür bin.

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