vom 31.7.2014 01:35
S. S.

Oh das freut mich so für dich :)

Hey,
mein Komitee wollte mich eigentlich nach Hause schicken Ohnee Daher musste ich in die Hauptstadt wechseln und bin jetzt seit Montag hier. Von der Familie bei der ich bleibe, bekomme ich zu hören, dass es mit mir wie mit einer Stummen ist, was mir sehr zu schaffen macht, weil ich eben nicht so der "Hallo hier bin ich"-Typ bin, sprich ich fange an zu reden, wenn ich mich wohl fühle mit den Menschen und ich bin auch nicht so diejenige, die gerne ein Gespräch anfängt. Ich denke, die kommen damit einfach nicht klar. Ich habe mich jetzt wirklich bemüht, mit einem Dauerlächeln durch die Gegend zu laufen, weil mir das sehr oft gesagt wurde, aber es hilft nichts Ohnee Nun klar ich habe sehr viel gelernt auch gerade über die Menschen in Deutschland: Ich hatte damals einen wunderschönen Abschied und viele in meiner Klasse haben Anteilnahme gezeigt, was ich nicht erwartet hätte. Außerdem bekomme ich immer wahnsinnig viel moralische Unterstützung aus Deutschland, auch von Leuten, mit denen ich manchmal mehr und manchmal weniger zu tun hatte oder auch von jemandem, mit dem ich mich zuhause meistens nicht verstanden habe. Habe einfach gelernt dafür so wahnsinnig dankbar zu sein und ich weiß jetzt, dass ich niemals hier leben würde, einfach weil die meisten Menschen nicht mit mir klarkommen, in Deutschland dafür habe ich einen Platz und die Menschen akzeptieren und lieben mich so wie ich bin. Schade, dass ich mir das falsche Land ausgesucht habe, aber im Leben kann ja nicht immer alles richtig laufen. Vielleicht, wenn ich es irgendwie schaffe möchte ich noch bis Oktober oder so bleiben, um immerhin den Ort sehen zu können, auf den ich mich so gefreut hatte, bevor ich hier hin kam (die Iguazu-Wasserfälle im Norden) und wenn nicht, weiß ich, dass ich zumindest von einer Freundin schon sehnsüchtig vermisst und erwartet werde. Außerdem brauche ich noch etwas Zeit, um mich vorzubereiten darauf, was mich in Deutschland erwarten wird. Schließlich war ich dann eine Zeit weg und es hat sich eine Menge geändert.
Es freut mich wirklich, dass du Freunde gefunden hast und am Ende, bevor ich aus der Stadt musste hatte ich auch eine ganz tolle Freundin und die Schule war eigentlich ganz toll, wenn ich mir das so recht überlege. Es war schon eine staatliche Schule, aber eben speziell mit musikalischer Bildung und so.
Fühlst du dich besser in deiner Familie?
Liebe Grüße
Sophie

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