vom 14.10.2016 22:38
H. S.

Ich überlege, abzubrechen.

Hallo,
ich bin 15 Jahre alt, werde in ein paar Wochen 16 und seit etwa sechs Wochen in Nordamerika in einem Internat. Vor etwa zwei Jahren wollte ich unbedingt hier ein Auslandsjahr machen, hatte mich dann aber entschieden, das nach der Schule oder im Studium zu machen. Dann fanden meine Eltern das aber auf einmal ganz toll und haben mich hierher geschickt. Die ersten Wochen haben mir auch ganz gut gefallen, so von der Schule her. Aber mittlerweile komme ich überhaupt nicht mehr mit dem Internatsleben klar, dass man nichts allein machen kann und so weiter. Man bekommt in der Schule auch unglaublich viel Arbeit auf, was mir einfach nur total viel Stress bereitet. Ich habe gar keinen Spaß mehr an der Schule und freue mich auf gar nichts mehr, wenn ich morgens aufstehe. Die Leute hier sind ganz ok, aber alle so oberflächlich irgendwie, obwohl mir klar ist, dass sechs Wochen natürlich noch nicht so viel ist. Aber alle anderen new girls haben schon gute Freunde gefunden und machen auf mich nicht so einen traurigen Eindruck, wie ich den mache. Meine Zimmernachbarin mag ich auch nicht so gern.
An Weihnachten und im November für eine Woche schließt das Internat, und ich fliege an Weihnachten nach Hause. Vielleicht kommt mich im November meine Großmutter oder jemand anders besuchen, darauf freue ich mich schon sehr. Bis dahin und Weihanchten ist es aber noch so lang hin und am liebsten würde ich dann an Weihnachten einfach ganz nach Hause. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Heimweh habe ich seit ein paar Tagen ziemlich, ziemlich dolle und könnte jeden Moment einfach losheulen, habe hier aber auch niemanden, den ich mich anvertrauen könnte. Ich vermisse einfach meine Familie, mein Zuhause, mein Schulsystem, echte Freunde, das Essen und einfach nur Umarmungen, so blöd das auch klingen mag, unfassbar. Andererseits habe ich aber auch Angst, wenn ich nach dreieinhalb Monaten im Dezember zurückkomme, als die Versagerin dazustehen, die nichts fertigbringt. Ich will einfach nur die Zeit bis Dezember rumkriegen, aber ich weiß nicht, wie das gehen soll, es sind noch zwei Monate!

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Don't be afraid to fail- Be afraid not to try

Hallo !
Ich bin 16 Jahre alt, und schon seit Februar in Chile. Inzwischen geht es mir hier sehr gut und fühle mich Zuhause, aber auch ich hatte meine Schwierigkeiten, denn die Kultur in Südamerika ist doch sehr anders. Ich bin am Anfang mit 3 weiteren Austauschschülerinnen an meiner Schule angekommen. Die eine ist eine Klasse über mir, aber die anderen beiden waren auch in meiner Stufe. Wir waren alle in unterschiedlichen Klassen, aber haben trotzdem viel zusammen gemacht. Die anderen beiden haben immer voll den frohlichen Eindruck gemacht und sich voll gut mit ihren Familien verstanden, dass ich mich immer mit ihnen verglichen habe. Ich habe mich am Anfang nicht so wohl gefühlt, und dann gedacht, dass ich etwas falsch mache oder so. Ich rate dir, vergleiche dich nicht mit den anderen, denn vielleicht merkt man es ihnen nicht an, aber jeder hat ein paar Schwierigkeiten. Ich habe auch bei einer der beiden anderen zufällig mitbekommen, wie sie geweint hat, weil sie sich mit ihrer Gastschwester gestritten hatte.
Und ganz ehrlich, ich glaube nicht wirklich, dass man nach sechs Wochen schon gute Freunde finden kann. Freundschaften brauchen Zeit und ich kann jetzt nach 8 Monaten sagen, dass ich gute Freundinnen habe, aber das sind nicht die gleichen wie vom Anfang.
Vielleicht kannst du dir ein Hobby, einen Sport oder Musik, oder was dein Internat anbietet suchen, sodass du neue Leute kennenlernen kannst.
Ich würde dir raten, durchzuhalten, denn es sind nicht nur schöne Erfahrungen, die du sammelst, aber es sind viele Erfahrungen, an denen du wachsen kannst. Ich glaube, am Ende werden es Erfahrungen sein, die es wert waren, sie gemacht zu haben.
Ich weiss nicht, ob für dich die Noten wichtig sind, aber falls sie es nicht sein sollten, würde ich mir nicht so viel Stress wegen der Schule machen. Es ist verständlich, dass es viel ist, zumal es in einer anderen Sprache nochmal schwieriger ist.
Ich hoffe für dich, dass du für dich die Entscheidung treffen kannst, die am besten für dich ist.
Life begins at the end of your comfort zone
When you feel like quitting think about why you started
Nothing worth having comes easy
Every morning you have two choices: continue to sleep with your dreams or wake up and chase them
Don't be afraid to fail- Be afraid not to try
Don't think about what might go wrong think about what could go right
In the end we only regret the chances we didn't take

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