vom 8.3.2018 17:22
R. H.

Global Horizon Erfahrungen

Die Organisation ist sehr klein und im ersten Kontakt freundlich. Meine Tochter hat sich daher für sie entschieden und ist nun aus den USA zurück.
Leider kann ich die Organisation nicht mit gutem Gewissen empfehlen. Es war sehr schwierig, eine Gastfamilie zu bekommen und so zitterten wir bis zum Schluss, ob und wann sie fliegen würde. Extrem kurzfristig bekamen wir dann die Informationen, wann es los gehen sollte und welche Familie ihre Gastfamilie sein würde. Dies wäre nach Aussage von GH völlig normal und würde häufig passieren. Andere Organisationen würden schließlich viele Schüler gar nicht vermitteln und der local coordinator bekäme das immer irgendwie hin. Hat ja geklappt..., macht bloß keinen Spaß im Ungewissen zu sein. Übrigens berichtete die Gastmutter -eine Militärfamilie-, dass sie seit Ostern auf weitere Informationen warteten und die Formalitäten nicht erledigen konnten, da keiner mehr zu ihnen kam.
Als es dann Probleme mit den Schulfächern gab, bei der Bewerbung hatten wir angegeben, dass Spanischunterricht Voraussetzung sei, wurde lediglich darauf hingewiesen, dass wir keine Ansprüche darauf hätten und eine öffentliche Schule natürlich keine Privatschule wäre. Weiterhin wäre es Philosophie der Organisation, dass die Eltern sich nicht in die Belange einmischen dürften, wenn die Kinder einmal da wären (Spanisch wurde ihr dann ermöglicht). Meiner Tochter wurde sehr deutlich erklärt, dass Probleme nicht mit den Eltern zu besprechen wären, sondern ausschließlich mit dem local coordinator. Leider wischte dieser alle Probleme und Sorgen vom Tisch, so auch Probleme innerhalb der Gastfamilie. Ansonsten war er jedoch nett und nahm die Schüler mit auf Ausflüge.
Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass GH die Schüler nicht unbedingt auf dem Flug begleitet. Meine Tochter hat mit 15 Jahren den Flug mit Umsteigen und Einreise allein bewältigen müssen. Für sie war das relativ unproblematisch, da sie schon viel gereist ist. Dennoch ist das nicht einfach. Auch den Rückflug bestritt sie allein.
Meiner Tochter hat es gut gefallen. Sie war aber auch sehr glücklich, wieder Zuhause zu sein.
Übrigens hat sich bisher kein Mitarbeiter von Global Horizon bei uns gemeldet und mal gefragt, ob sie angekommen wäre und wie es im Rückblick war. Das finde ich sehr enttäuschend,da der familiäre Aspekt so betont wird.
Ach ja, auch die vertraglich festgelegten Zwischenberichte waren sehr spärlich und auch nur auf Anfrage hin einzusehen. Einen abschließenden Bericht haben wir nicht.

Auf diesen Beitrag gibt es eine Antwort:

Global Horizons - Erfahrung bis dato!!!

Lieber R.H.,

ich habe den Erfahrungsbericht zu Global Horizons (GH) gelesen und es ist jetzt nicht an mir, Kritiken abzugeben, jedoch finde ich den Beitrag zuteilen befremdlich.

Wenn ich zum Schluss lese, dass es Ihrer Tochter "gut gefallen hat", sie "aber auch sehr glücklich ist, wieder zu Hause zu sein", dann lese ich totale Gegensätze?!

Okay, daher möchte ich versuchen, Lesern dieses Formums meine bisherigen Erfahrungen mit GH mitzuteilen, denn Entscheidungen für oder gegen Organisationen sind oft auch durch Berichte in Foren beeinflußt.

Wir, dass sind meine Frau und ich sowie unsere Zwillinge Birger und Jasper, haben uns in 2017 für GH entschieden, um uns als Organisation für einen einjährigen USA-Aufenthalt unterstützen zu lassen.

Erste Vorstellungen, die Orga-Kosten durch private Verbindungen in die USA einsparen zu können zerschlugen sich. Gründe hierfür sind u.a. versicherungstechnische Punkte, auch müssen Schulen in den USA unserer Erfahrung nach mit Organisationen zusammenarbeiten, da ansonsten keine Visa vergeben werden.

Was hat uns bewogen, GH auszuwählen, der Markt bietet schließlich Unmengen an Organisationen!?

Letztlich war es die Größe der Organisation. Hier mit einer überschaubaren Zahl an betreuten Schülerinnen und Schülern, keine Massenabfertigung, das passte.
Auch waren die Gespräche, die mit uns als Eltern und v.a. mit unseren Jungs geführt wurden, mehr als nett, so dass wir uns bei dieser Organisation gut aufgehoben fühlten...und fühlen.

Es mag sein, dass die Menge an Formularen, die es vor dem Aufenthalt allein schon auszufüllen gibt, erschlagend wirken. Jedoch erhält GH hierdurch neben dem persönlichen Eindruck auch Hinweise, welche für die Auswahl der entsprechenden Schule und der Gasteltern wichtig sind.

Doch welche Schule soll man nehmen? Öffentliche Hgh School oder doch eine Privatschule? Es geht ja auch um Kosten.
Wir haben uns auch auf Anraten von Freunden aus den USA für Privatschulen entschieden...auch wenn das ganz Projekt bei Zwillingen finanziell eine Herausforderung ist.

Gasteltern wurden für einen der beiden Jungs schnell gefunden, entsprechend auch ein Schule. Für den Zwillingsbruder sollte es noch dauern.
Doch jetzt sollten die ersten Erfahrungen mit Global Horizons erfolgen und zwar in absolut positiver Hinsicht.

Was war passiert?

Die Freude über eine Gastfamilie plus Schule war bei Jasper und uns groß, entsprechend die Enttäuschung, dass es plötzlich "dort" nicht mehr weiterging, da die Gastfamilie sich doch anders entschied. So waren Ort und Platzierung futsch.

Mittlerweile bekam Jaspers Zwillingsbruder seine Schule und Familie und die Dinge nahmen dort ihren Lauf. Man skypte mit den ausgesuchten Gasteltern, der Beginn des USA-Aufenthaltes war gefunden.

Nur Jasper harrte der Dinge und das wahrlich sehr lange. Mittlerweile begannen schon die hiesigen Sommerferien, immer noch keine Familie, keine Schule. Dass da alle Beteiligten unruhig werden, ist verständlich. ABER...immer wieder wurde uns versichert, dass eine Familie und eine Schule gefunden wird.

So kame es dann auch, die Dinge überschlugen sich ein wenig, doch letztlich ist es dem Einsatz von GH (hier v.a. Markus Hallgrimson)zu verdanken, dass auch Jasper eine TOP-FAMILIE und eine super Schule erhielt.

Natürlich möchte man die Dinge frühzeitig im Fluss haben, doch aus dieser Erfahrung heraus können wir nur sagen, dass sich die Voraussagen der Organisation bestätigten.
Ich denke, dass man solchen Aussagen vertrauen muss, auch wenn es schwer fällt. Vielleicht gehen wir als Deutsche in solchen Fällen zu sehr von unseren "Tugenden" aus. Hier ticken Amerikaner anders, das haben wir jetzt so erfahren, ist so, kann man mit leben.

Zum Punkt "Flug": Die Kids sind 16 Jahre alt, haben ihren Flug und auch Weiterflug in den Staaten allein geschafft, etwas, was als erster Schritt in den Bereich "persönliche Erfahrung" positiv zu bewerten ist.
Ich denke nicht, dass Jugendliche in diesem Alter noch an die Hand genommen werden müssen, um z.B. in die USA gebracht zu werden.Das ist auch nicht der Job der Organisation...welcher auch immer.

Wenn lieber R.H Ihre Tochter den Flug eigenständig gemeistert hat...seien sie froh und glücklich über diese Selbstständigkeit! Tolle Leistung in diesem Alter. Kein Grund für eine Flugbegleitung!

Wie sieht es nun nach dem ersten Vierteljahr unserer Jungs in den USA aus?

Bis jetzt ALLES PERFEKT!!!

Tolle Familien, tolle Schulen, auch dort sind die Anbindungen zu den Mitschülern schnell gefunden worden. Natürlich wird hier zuträglich sein, dass ein Mitwirken in Schulmannschaften für die Integration in das Schulleben super gut ist. Aber es muss nicht allein der Sport sein.

Es war seitens GH wichtig, herauszufinden, was für die Jungs neben der Schulsituation wichtig ist. Dass Wert auf diese Dinge seitens der Organisation gelegt wird, ist extrem wichtig, denn es erleichtert vieles, v.a. die Integration in das Schulleben.

"Unterricht": Auch für unsere Jungs war es wichtig, dass Spanisch im Sprachangebot vorhanden ist. Dieses wurde gewährleitet, passte also auch.

Monatlich erhalten wir Berichte über die Entwicklung der Jungs in den Schulen und den Familien. Das sind keine Romane, muss auch nicht sein. Aber sie kommen regelmäßig und gehen von den "local coordinator" aus.

Bevor die Jungs in die Staaten gingen, gab es wie auch bei anderen Organisationen ein Vorbereitungsseminar. Uns wurde als Eltern ebenfalls mitgeteilt, dass bei aufkommenden Probleme zuerst der "local coordinator" kontaktiert werden soll, um zu einer Lösung zu finden, nicht gleich die Eltern im fernen Deutschland.

Ups, das klang hart. Aber ganz ehrlich, auch wenn wir zum Glück bis jetzt noch nicht in eine solche Situation gelangt sind, ist es nicht richtig, "Probleme" erst einmal vor Ort zu klären? Müssen gleich Mama und Papa involviert werden?

Wir sprechen jetzt nicht von gravierenden "Problemen". Wenn solche aufkämen, würde ich es mir auch nicht verbieten lassen, zu intervenieren. Aber wenn es richtig große Probleme gibt, dann merkt man dieses ziemlich schnell.
Wir sind nicht mehr im Zeitalter der Luftpostbriefe, wir leben mit Mobiltelefon, Skypen und Whatsapp etc., da werden "Probleme" schnell zu einer Lösung kommen...können.

Jeder kennt sein Kind, dass er ins Ausland schickt, jeder weiß einzuschätzen, wann der "Bauchschmerz" relevant wird, "behandelt" zu werden...vor allem wie. Es ist gut, einen LC zu haben, letzte Entscheidungen zur Lösung von wirklichen "Problemen" bleiben in der Hand der Eltern.

So, das war jetzt ein kleiner Rundumschlag.

Fazit:

Global Horizons kann sehr empfohlen werden, gerade, weil es eine kleine Orga mit sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist.

Ob man sich für eine öffentliche High School oder eine Privatschule entscheidet muss jeder selber für sich entscheiden. Auch wenn es vielleicht bei der Privatschule teurer ist, die gebotene Qualität der von GH ausgesuchten Schulen ist den Preis wert.
Es geht hier ja nicht um einen finanzierten Urlaub, sondern um eine besondere Zeit, die bestimmt erheblichen Einfluss auf das weitere Leben der Kids hat.

Bis jetzt sind unsere Vorstellung rundum erfüllt worden, was will man mehr???!!!

Gerne stehen wir für noch nicht zur Erwähnung gekommene Fragen zur Verfügung.

Hoffen wir, dass der Rest der USA-Zeit bis zum Frühsommer 2019 für unsere Jungs weiter so erfolgreich verläuft wie bisher.

Es grüßt Dr. Carl-Christian Lüer, Göttingen

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L. M.
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G. N.
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