vom 6.4.2015 23:28
M. S.

Gastfamilie

Hallo Marion,
wir haben mittlerweile mit der Organisation telef. und unsere Bedenken geäußert. Es war ein sehr nettes und entspanntes Gespräch mit dem Fazit, wenn ich den Vertrag über eine Platzierung bei einer alleinstehenden Dame nicht unterschreibe, dann wird halt eine Familie gesucht! Mit diesem Hintergrundwissen und dem nochmaligen gut zureden der Organisation dass es sich hierbei um eine echt gute Platzierung für meine Tochter handelt, habe ich mit meiner Tochter vereinbart dass sie nun erstmal Kontakt zu der Gastmutter aufnimmt und sich und der Mutter einmal die Chance gibt sich näher kennen zu lernen, um dann nach Ostern zu entscheiden was wir tun. Meine Tochter hat daraufhin am Karfreitag eine email gesendet und am Samstag schon eine Antwort bekommen. Sie ist aufeinmal ganz hin und weg, wie nett die Gastmutter doch wohl ist. Nichts ist mehr zu erkennen von der Nüchternheit im Vorstellungsbogen. Die Gastmutter hat sehr viel von sich und ihrer Familie erzählt und sogar noch ein paar Bilder beigefügt. Es scheint sich mal wieder bestätigt zu haben, dass wir Menschen vorsichtiger sein sollten mit unseren Vorurteilen! Ich bin mit meiner Tochter so verblieben, dass wir nach Ostern entscheiden ob wir die Platzierung annehmen. Was bleibt ist meine Verunsicherung bzgl. der Beziehungen zur Bezirksvertreterin der CIEE (Tochter) deswegen interessiert mich gerade natürlich deine Sicht! Ich bin mir immer noch nicht sicher ob in diesen Fällen wirklich objektiv genug an die Gastfamilien gegangen wird?!? Meine Organisation hat mir dazu erklärt, dass es da immer noch welche darüber gibt und letztendlich natürlich auch hier meine Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Wie siehst du das? Hat sich da etwas bei mir festgesetzt was absolut albern ist? Ist diese Gastmama genauso geprüft wie jede fremde Familie die keine Beziehungen hat? Wer kann mir diese Unsicherheit nehmen? Ist es ein Vorteil bei der Mutter einer Betreuerin untergebracht zu sein, oder doch eher bedenklich? Du siehst, dieser Punkt quält mich immer noch. Was die örtliche Platzierung angeht habe ich mittlerweile verstanden, dass es keine Ausnahme ist so weit ab von allem zu sein, obwohl ich es schade finde und meiner Tochter natürlich ein bißchen mehr amerikanisches Leben gewünscht hätte. Die Vorteile einer kleinen High-School habe ich auch verstanden. Nur dass da zwei Mädels fern ab (ohne Nachbarn) mit einer alleinstehenden Dame leben sollen, die dann auch alle paar Wochen, Wochenend- bzw. Nachtdienst hat, ist sehr bedenklich. Da ist z.B. der Punkt wo ich mir nicht sicher bin, ob unter normalen Umständen die CIEE dorthin Kinder geschickt hätte, oder ob das wieder mit den Beziehungen zu tun hat?!

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gastfamilienwahl

Hallo,
ich bin ja selbst ehrenamtlich tätig und schaue nach Gastfamilien. In den USA gibt es da Standards zur Überprüfung (Führungszeugnis usw.), aber 100 % Sicherheit hat man natürlich nie. Ich versuche auch immer mal wieder Familienmitglieder dazu zu bewegen, jemanden aufzunehmen, weil ich es selbst eine ganz tolle Erfahrung finde. Meinen eigenen Eltern würde ich aber aktuell davon abraten und sicher auch der ein oder anderen Familie, die ich kenne. Bei einer fremden Familie kann ich das schlechter einschätzen. Ich sehe das Haus, frage nach der Motivation und fertig. Sichere Erkenntnisse gibt es da nicht. Zudem gilt grundsätzlich...was man einem eigenen Kind zumutet, ist auch einem Gastkind zumutbar (Schulgröße, Abgelegenheit, Berufstätigkeit).
In den USA, wie auch bei meiner Orga in D-land, ist die Aufnahme unentgeltlich. Da ich ja selbst gerade Gastmama bin, kann ich sagen, dass ein ATS ein nicht zu verachtender Kostenfaktor (ca. 200 - 300 EUR im Monat) und vor allem eine ganz schöne Einschränkung ist. Eine Familie/ Person, die sich bereit erklärt, muss eine ganz schöne Motivation mitbringen. Dabei kann es immer sein, dass die sich überschätzen, die Entscheidung bereuen, versteckte Motivationen mitbringen (Freund/ Vorbild fürs eigene schwierige Kind) oder einfach die Chemie nicht passt (oder das Gastkind eine problematische Einstellung hat).
Ich denke, dass eine Frau, deren Tochter als Betreuerin tätig ist, eine ganz realistische Vorstellung hat, worauf sie sich einlässt. Außerdem hoffe ich, dass Tochter und Mutter reflektiert genug sind. Es gibt immer wieder Betreuer, die selbst hosten...ich mache meine Tätigkeit ja ehrenamtlich und aus dem Interesse an den Schülern, somit ist es nachvollziehbar, selbst jemanden aufnehmen zu wollen, wenn man ständig Kontakt hat.
Ich hatte ja zuvor schon vorgeschlagen, Ängst mit der Fam. zu besprechen. Deine Tochter ist ja noch sehr jung...auch du als Mutter kannst da einfach mal nachfragen (die Eltern meiner Kleinen haben mir auch geschrieben).
Bei AFS gibt es auch die Möglichkeit ein Single Placement abzulehnen und ich habe ganz schön gebangt, bis ich die Bestätigung bekommen habe, dass meine Gasttochter mich akzeptiert. Bei uns klappt es gut, aber es gäbe sicher auch ATS, die bei mir unglücklich wären (arbeite auch viel).
Mir war eine gute Betreuung für meine Gasttochter wichtig und ich habe mir Mühe gegeben zu vermitteln, dass sie an erster Stelle steht und ich Verständnis hätte, falls sie Schwierigkeiten hat. Aber es ist natürlich immer schwierig, wenn man sich kennt und es Probleme gibt. Allerdings funktioniert die Gastfamiliensuche oft über Kontakte und im Umfeld, somit gibt es meist Verknüpfungen.
Alles Gute!

Diskussionsübersicht
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M. S.
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6.4.2015
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6.4.2015
M. S.
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Maria M. USA 2014/15
6.4.2015
M. S.
Gastfamilie
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9.4.2015
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9.4.2015
Maria M. USA 2014/15
9.4.2015
S. R.
10.4.2015
Maria M. USA 2014/15
10.4.2015
S. R.
12.5.2015
Mirjam S. USA Ayusa-Intrax 2014/15
12.5.2015
Mirjam S. USA Ayusa-Intrax 2014/15
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