@ G.B.

Ich weiß nicht, wie gut ihr mit eurer Familienbetreuerin steht, aber das ist eigentlich gleich ein Fall für ein Gespräch mit ihr!
Die Ent-Täuschung, die durch solch ein Verhalten entsteht, führt leider nicht allzu selten dazu NIE wieder einen Gastschüler aufnehmen zu wollen.....und das wär SOOOOOO schade!!
Tatsächlich kann dieses Verhalten eures ATS verschiedene Gründe haben:

1. Zwei Wochen ist noch eine SEHR kurze Zeit und der ATS kann hoffnungslos überfordert sein mit den auf ihn einstürmenden Eindrücken. Hinzu kommt vielleicht auch Heimweh, was Jungs ja auf ne ganz andere Weise "zeigen" (bzw. möglichst nicht zeigen). VIELE ATS machen am Anfang den Fehler, immer alle Situationen mit ihrem Heimatland zu vergleichen. Da hat natürlich kein Gastland (und die Familie) eine Chance! Das kann eine Weile dauern, bis er "schnallt", dass er sich mit dem Vergleich selber keinen Gefallen tut. Ist halt eine Erfahrung, die die Kids erst machen müssen und danach wird auch das Interesse für das Gastland erst so richtig zum Tragen kommen. Hinzu kann eine anfänglich durchaus übliche STÄNDIGE Müdigkeit kommen. (Unsere ATS hätte am liebsten in den ersten Wochen rund um die Uhr NUR geschlafen.....ist auch in der Schule oft eingeschlafen!) Das ist die anfängliche Belastung der Umstellung, 24h in einer anderen Sprache zu leben und in nichts auf eigene Gewohnheiten zurückgreifen zu können.

2. Der ATS hat vielleicht tatsächlich wenig Interesse an euch und möchte lieber mehr seine Kontakte außerhalb der Familie aufbauen. Das muss nicht unbedingt an euch persönlich liegen, sondern kann auch die Art und Weise sein, wie er "Familienleben" gewohnt ist! Wenn DU nach seinen Wünschen fragst....und er dir nicht IRGENDWIE antworten kann.....dann fordere ihn auf, im Wörterbuch nachzuschlagen...und sonst wirst du eben seine "Wünsche" (wie immer die sein mögen) nicht erfüllen! Ein bisschen "Auflaufen lassen" in Maßen wirkt manchmal Wunder! Für das Einsteigen in Hausaufgaben würde ich eine Frist setzen....in ca. 4-6 Wochen müsste er daran gehen! Danach würde ich darauf BESTEHEN!

Die Zeit für das Internet würde ich IMMER generell ganz klar beschränken! (Empfehlen auch die meisten Orgas ...aus gutem Grund). Eigentlich ist pro Tag ca. 30 Min. genug, um emails zu schreiben und mal mit jemandem zu chatten. Aber da kann man die Zeit auch der Situation anpassen (vielleicht ist auch 1 Std täglich ok). Solange der Junge stundenlang surft, hat er auch nicht die Notwendigkeit, sich mit seiner neuen Situation auseinanderzusetzen.

Als Gastfamilie sitzt man immer zwischen den Stühlen von Verständnis einerseits und dem normalen Tagesablauf der eigenen Familie. Das ist oftmals eine Gradwanderung zwischen "so lassen, wie er ist" (damit er auch seine eigenen Erfahrungen machen kann) und der "Forderung nach mehr Integration". Die ersten Monate sind sowohl für den ATS als auch für die Gastfamilie wirklich anstrengend! Wenn dann aber erst mal der Knoten beim ATS geplatzt ist, ist es wunderschön!

Auf diesen Beitrag gibt es eine Antwort:
vom 7.9.2006 17:23
G. B.

na dann warten wir....

um noch konkreter zu werden. Hier einige Info's.
Er ist Franzose, fast 18, hatte bevor er zu uns kam 4 Wochen Intensiv-Sprachkurs und schoon in einer Fam. gelebt, dort übrigens die gleichen verhaltensmuster!Er hat sein eigenes laptop dabei! Kann ich dann trotzdem verbieten, dass er es benutzt (wir haben eine flatrate) Heute kommt die Betreuerin, bin gespannt, es ist eine junge Frau ca 24. Jahre, war selbst ATS.
Werde berichten, wie er sich verhalten hat.
lg
Gastmutter

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