vom 9.1.2017 05:33
E. R.

Freunde?

Hey Leute,
Mich würde es mal interessieren ob ihr so richtige Freunde gefunden habt? In den 6 Monaten in denen ich hier in den USA bin hab ich nämlich nur eine einzige Freundin gefunden. Dabei bin ich immer sehr offen auf alle zugegangen. Das macht mich ein wenig traurig und ich hab das Gefühl als Loser nach Hause zu gehen..
Wie ging es euch so?
Lg, Ellie

beitragkette.gif Auf diesen Beitrag gibt es eine Abfolge von 3 Antworten, ohne dass sich die Diskussion "verzweigt". Deshalb können gleich alle angezeigt werden:
vom 9.1.2017 17:52
S. L.

Viele Bekanntschaften?

Hallo :),

Ich würde sagen, dass ich hier in Kanada zirka 7 richtige Freunde habe, wovon drei allerdings internationale Schüler sind. Wir sind alle zusammen in einer großen, buntgemischten Clique mit den Kanadiern und wir unternehmen viel miteinander. Zickenkrieg oder Streit gibt es nie, auch wenn wir mal was in Kleingruppen unternehmen.

Als Loser würde ich dich nicht bezeichnen, denn du suchst dir eben nur gute Freunde aus.
Gerade am Anfang wurde ich nahezu überrannt von Leuten, die Kontakt mit mir aufnehmen wollten (insbesondere Jungs - die haben allerdings schnell aufgegeben, als ich nicht zurückgeflirtet habe). Am Anfang ist man als Austauschschüler interessant und man wird von allen Seiten beobachtet, weil es etwas besonderes ist. Das legt sich aber meiner Meinung nach sehr schnell innerhalb der ersten 3 Monate.
Die meisten sind halt nur auf lose Bekanntschaften aus, weil man hier schnell "Everybody's darling" sein will - das ist glaube ich einfach kulturell bedingt.

Ich habe nur die Menschen näher kennengelernt, die an mir als Person und nicht an mir als Austauschschüler interessiert waren und bin mit allen anderen in einem offenen Bekanntschaftsverhältnis mit gelegentlichen Chats auf Facebook geblieben und das finde ich gut so!
Lieber ein paar wirkliche Freunde als ein Haufen Leute, die nach deinem Auslandsjahr sowieso keinen Kontakt mehr halten wollen.

Ich habe gehört, dass die USA etwas verschlossener im Umgang mit neuen Leuten sein soll und das vieles auf oberflächlichen Bekanntschaften beruht. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht sagen.

Versuche aber nicht so ne Panik zu schieben und falls dir das wirklich nicht genug Freunde sind, kannst du es ja mal auf anderem Wege versuchen.
Bist du in Clubs in deiner Schule vertreten? Kannst du vielleicht beim wöchentlichen Kirchenbesuch (Falls ihr das macht) in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen? Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass erst, wenn man mal mit den Leuten für ne Weile gechattet und sich dann getroffen hat, eine richtige Freundschaft zu Stande kam.

Mach dir keinen Kopf!
Liebe Grüße :)

vom 9.1.2017 22:55
E. R.

Danke für die Antwort

Hey, Danke für deine schnelle Antwort!!
7 richtige Freunde ist ja super, da hast dus gut getroffen! Bei mir war es auch so, dass besonders die Jungs immer sehr offen waren und nach der Nummer gefragt haben usw.. Aber ich hatte bei denen immer so das Gefühl, dass die weniger auf Freundschaft aus waren, insofern habe ich da nicht wirklich Lust gehabt mich mit denen alleine zu treffen. Ich muss dazu sagen, dass mir das Freunde finden hier unheimlich schwer fällt, da ich auf einem Community College bin und da alles sehr anonym ist. Mit Lunch und Aktivitäten läuft hier leider gar nichts. Daraufhin habe ich sehr viel Heimweh und habe momentan nur noch das Gefühl alleine und unverstanden zu sein....
Naja, mal sehen wie das 2. Semester wird.
Ich hoffe du hast noch ein tolles Restauslandsjahr!!
Lg, Ellie

vom 10.1.2017 02:39
S. L.

Toll, dass du positiv bleibst

Hi :),

Ich glaube ich war gerade online, als du deine Frage gepostet hast und es freut mich, dass ich helfen konnte :)

Ja, ich kann mich glücklich schätzen glaube ich.
Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass wir als Austauschschüler durch die sozialen Medien immer nur die schönen Seiten eines Auslandsjahrs präsentiert bekommen. Der lange persönliche Entwicklungsprozess hinter einem solchen Auslandsaufenthalt wird nie hinterfragt/genauer beleuchtet und leider neige auch ich dazu, mich viel mit anderen Austauschschülern zu vergleichen. Gut tut das nicht und mir geht es ehrlich gesagt besser, seit ich nicht mehr so vielen anderen Austauschschülern auf den sozialen Netzwerken folge.

Und die Nordamerikanischen Jungs scheinen so eine Sache für sich zu sein... Ich glaube es gibt viele "Fuckboys" bzw sind hier alle wahnsinnig an Mädchen interessiert. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei mir an der Schule gar keine reinen Jungs-Mädchen Freundschaften existieren und das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich bin es eigentlich gewohnt mehr mit Jungs als Mädchen abzuhängen (= weniger Zickenkrieg) und ich habe das Gefühl, dass hier direkt die ganze Schule über dich redest, wenn du auch nur mal für 5 Minuten alleine mit nem Jungen sprichst. Falls du während dem Gespräch dann auch noch lächelst, bist du ja quasi schon mit dem Jungen zusammen Eeek

Ich kenne mich mit dem amerikanischen System nicht so aus, von daher weiß ich auch nicht, was ein Community college ist. Aber warum bieten die denn kaum Aktivitäten an? Hast du wenigstens außergewöhnliche Schulfächer (Business Management oder so), oder passiert da auch nicht viel?
Ich habe zum Beispiel eine Freundin durch den normalen Sportunterricht kennengelernt...

Das du Heimweh hast, tut mir wirklich leid und ich kann das in deiner Situation auch verstehen.
Glaubst du, du könntest deine Lage verbessern, indem du die Schule wechselst?

Du kannst mir auch gerne mal privat schreiben, da könnten wir uns vielleicht gegenseitig gegen das Heimweh helfen ;)
GLG :)

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