EF ist sehr empfehlenswert!

Ich war im Schuljahr 2011-12 als Stipendiatin im Rahmen eines High School Jahres in den USA.
Ich entschied mich, mit der Organisation EF (Education First), die ich sehr weiterempfehlen kann, zu gehen. Obwohl ich zuvor noch nie in den Vereinigten Staaten war, hatte ich von vornherein im Gefühl, dass es genau das richtige Land für mich sei.
Mein Abschied von Deutschland fiel mir überraschend leicht, einfach weil ich mich so sehr auf das Kommende freute. Mitte Juli ging mein großes Abenteuer los. Die erste zwei Wochen lang war ich in einem Language& Culture Camp in Rhode Island, in dem wir viele Ausflüge, beispielsweise nach Boston, machten und zum anderen auf unser amerikanisches Leben vorbereitet wurden. Dann ging es weiter zur Gastfamilie.
Es verschlug mich in ein kleines Dorf mit 9300 Einwohnern in Ohio (Buckeye State), einen Staat, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte. Meine Gastfamilie, besteht aus 5 liebenswerten Mitgliedern, nämlich meinen Gasteltern und meinen kleinen Geschwistern, die damals alle noch zur Grundschule gingen. Im kleinen Ort wohnten wir auch noch sehr außerhalb des Dorfes, was unser Straßenname, County Road Z, schon andeutet und zwar auf einem großen ehemaligem Farmgelände, umgeben von Maisfeldern.
Das Vorurteil, Amerikaner seien äußerst offen, gastfreundlich und herzlich, hat sich für mich allseits bestätigt. Es wurde auf mich zugegangen und ich wurde von allen mit offenen Armen empfangen. Gleich während meiner ersten Woche dort lernte ich das halbe Dorf kennen und alle luden mich herzlich zu sich ein.
Bevor die Schule begann, lernte ich viele meiner später engsten Freunde schon über den Sport, der den Amerikanern bekanntlich sehr wichtig ist, kennen. Ich war stolzes Mitglied des Cross Country Schulteams, mit dem ich bereits während der Sommerferien 4 Stunden, 6-mal die Woche, intensiv trainierte.
Manchmal wurde ich wegen meiner schulisch geprägten britischen Wortwahl beschmunzelt, ansonsten hatte ich glücklicherweise keinerlei Sprachprobleme. Den einheimischen Ohio-Farmer-Akzent musste ich mir natürlich über das Jahr erst angewöhnen.
Von der High School bin ich total begeistert. Da ich von Anfang an plante, in Deutschland schulisch ein Jahr auszusetzen, konnte ich meine Fächer völlig frei und nach Interesse wählen. Dadurch hatte ich zum Beispiel Kochen, Chor, Spanisch, Fitness, Psychologie und Orchester als Unterrichtsfächer und so hat es immer tierisch Spaß gemacht, zur Schule zu gehen. Die High School umfasst die Klassen 9 (Freshmen), 10 (Sophomores), 11 (Juniors) und 12 (Seniors). Das Schuljahr ist in zwei Semester eingeteilt, in denen man jeweils täglich den gleichen Stundenplan mit 8 Fächern hat. Jedes Schulfach dauert genau 44 Minuten. Dann hat man 4 Minuten Zeit, den Raum zu wechseln. Es hat dort nämlich jeder Lehrer seinen eigenen Klassenraum und die Schüler müssen zu ihm kommen, nicht andersherum. Viele Unterrichtsfächers sind jahrgangsübergreifend, sodass man über die Schule eine Bannbreite verschiedenster Leute kennenlernen darf.
Mein Schulalltag sah folgendermaßen aus: Vor der Schule fand um 6.15 Uhr das morgendliche Lauf- oder Schwimmtraining statt. Dann hatten wir von 8-15 Uhr inklusive Mittagspause Unterricht. Nach Schulschluss hatte ich ein zweites Mal am Tag Training.
Bereits nach anderthalb Monaten hatte ich mich so gut eingelebt, dass ich das Gefühl hatte, ich lebte schon seit Jahren in Amerika.
Ganz klassisch nahm ich sowohl bei Homecoming im Oktober als auch beim Prom im April teil. Die beiden Dances sind genau so wie in den Spielfilmen- ein tolles Erlebnis.
Obwohl ich Atheistin bin, war ich Feuer und Flamme bezüglich der Church of the Nazarene und verbrachte viel Zeit im Kreise der Gemeinde, teilweise drei Tage der Woche. Der amerikanische Gottesdienst ist unvergleichbar mit unserem. Es gibt eine Rockband, die moderne, mitreißende Lieder spielt, es wird viel gesungen und getanzt, es gibt gemeinsame Ausflüge etc.
An die Essgewohnheiten dort habe ich mich allerdings nie ganz gewöhnen können. Obwohl ich durchaus nicht abgeneigt gegenüber gelegentlichem Fastfood-Essen bin, sehe ich Cola und Doughnuts nicht als vollwertiges Frühstück an. Was ebenfalls unglücklich war, ist meine Unselbstständigkeit bezogen auf die Fortbewegung. Es ist üblich, dass alle Schüler immer von ihren Eltern überall hingekarrt werden, bis sie ihren eigenen Führerschein und damit in der Regel auch ihr eigenes Auto besitzen. Radfahren ist so unüblich, dass es noch nicht einmal Radwege gibt. Ist man doch auf dem Rad unterwegs, ist es wahrscheinlich, dass andere Autofahrer einen ansprechen und das Mitnehmen anbieten, da sie denken, man hätte seinen Führerschein verloren oder könne ihn sich nicht leisten. Doch auch daran gewöhnen sich die Leute über die Monate. Schließlich machte ich drüben dann auch noch meinen eigenen Führerschein.
Im März habe ich mit anderen Austauschschülern eine traumhafte Reise gemacht, in der wir Los Angeles, Las Vegas, den Grand Canyon etc. bereist haben. Einen Monat später habe ich über die Schule bei einer Floridareise inklusive einer Bahamaskreuzfahrt teilnehmen dürfen, bei der ich ebenfalls viel des wunderschönen, vielseitigen Landes zu sehen bekommen habe.
Drei Wochen vor Rückflug hatte ich meine Graduation, ein feierliches Ritual zum Abschiednehmen von der 12-jährigen Schulzeit. Alle Graduates trugen Gowns, Caps und Tassels in den Schulfarben blau und weiß und es wurden viele rührende Reden gehalten, woraufhin uns allen die Diplomas und Rosen überreicht wurden und wir unsere Hüte traditionell in die Luft warfen.
Das wohl schwierigste am ganzen Austausch war der Abschied nach knapp 12 Monaten. Es schien, als werde man aus seinem dortigem Leben gerissen, mit dem Wissen, dass es nie wieder so sein werde wie das Jahr über. Die nächsten Sommerferien bin ich gleich wieder in meine amerikanische Heimat zurückgeflogen und auch nach dem Abitur plane ich, Napoleon einen langen Besuch abzustatten.
Allen, die die Möglichkeit haben, ebenfalls einen Austausch zu machen, kann ich dies von ganzem Herzen empfehlen. Diese einmalige Chance bereichert das ganze Leben und eröffnet einem völlig neue Möglichkeiten und Sichtweisen auf verschiedenste Dinge.

Auf diesen Beitrag gibt es eine Antwort:
vom 31.7.2014 14:04
M. H.

EF .......

HI;
Ich hatte mich bei EF beworben, wurde auch angenommen aber sie erschienen mir irgendwie komisch.
Ich hatte den Vertrag dann zu Hause liegen hatte den NICHT unterschrieben UND ihn NICHT zurück geschickt und von EF kam die ganze Zeit e - mails ob ich nicht die anderen EFler kennenlernen wolle und wann ich bezahlen würde.
Der Witz: Die hatten den Vertarg nicht von mir......
Die Absage habe ich per e mail geschrieben, die e mail die auf der internetseite stand gab es nicht, zumindestens kam die mail IMMER zurück. Also hatte ich angerufen und gebethen sie würden mich bitte aus dem Vreteiler rausnehmen: Nichts! Immer noch Post von EF und mails mit "treffe die anderen EFler."
Ich ignoriere sie aber das nervt. vorallem weil ich zwei mal angerufen hatte und gesagt hatte das ich nicht mit ihn fahren würde, doch das erste mal war keiner da von dem HIGH school programm und das zweite mal hat ein Mitarbeiter behaubtet ich hätte mich nicht bei EF gerufen, weiler mich nicht gefunden hatte, hatte er dann aber doch. Und es dann weitergegeben.

LG

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