vom 7.1.2022 21:50
A. A.

DFSR - Meine Erfahrungen

Hey,
ich würde gern meine Erfahrung mit DFSR euch weitergeben und von meinem Austauschjahr berichten.

Also angefangen hat alles als ich mich "beworben" habe im Dez 15 und mir mit voller Euphorie eine Mitarbeiterin von ihrem Austauschjahr erzählt hat, wie schön es doch war bla bla etc. Es kam mir vor als ob die Mitarbeiterin von einem Pauschalurlaub erzählt.
Als ich dann mit voller Freunde und Aufregung Anfang Juli nach Ballart (1h von Melb) gereist bin wurde ich schnell enttäuscht nämlich das ich nur eine "Welcome Family" hätte und die Dame 4 Wochen später verlassen müsste. Das war schon ein guter Start dachte ich mir, aber das sollte mich ja nicht aufhalten (und die 1 Woche die ich alleine bei der Gastmutter verbringen musste da DFSR oder SCCE das mit der Schule nicht anständig geklärt hat). Bei meiner Bewerbung habe ich angegeben das ich keinen Hund möchte, einfach nur weil ich keinen wollte. Die Mitarbeiterin sagte mir es sei gar kein Problem und das ich nicht der erste sei! Naja 1 Monat später hatten sie halt eine Familie für mich mit einem Hund, aber ich habe ja drauf bestanden das ich keinen möchte, also sagte ich DFSR sie sollten weiter suchen.
Kurz gesagt ich landetet 2 Monate bei einem 86 Jährigen frisch verwitweten Pfarrer. Begeistert war ich am Anfang nicht und ich dachte es sei nur eine Übergangslösung. Um ehrlich zusein war er ein sehr netter älterer Herr und wir sind gut miteinander ausgekommen aber trotzdem war es nicht das was ich mir unter einem Austauschjahr vorstelle. In dieser Zeit war ich sehr oft allein und habe mich nicht wohlgefühlt mit der Situation, DFSR sagte mir nur das sie alles tun um eine neue Familie zu finden, naja daraus wurde nichts. Als es mir zu viel wurde habe ich die Organisation täglich angerufen das ich gerne woanders hinmöchte, aber abgespeist wurde ich nur mit hey, es gibt keine Familien in Ballarat. und bei SCCE war ich eh schon kein gern gehörter Anrufer. Eine Mitarbeitern hat mir auch vorsichtig gesagt das es aufgrund meiner religiösen Gewohnheit wäre jmd zu finden. Naja, man könnte vermuten wie ich mich gefühlt habe.
Eine Zeit lang hab ich auch auf dem Boden geschlafen da, die Schlafcouch kaputt gegangen ist. SCCE hat mir nur unterstellt das ich das Bett kaputt gemacht habe. Nein, die Schlafcouch war nur so alt wie mein Gastvater selber. Erst als mein Gastvater mich selber nicht mehr nehmen konnte da sein Sohn an krebs erkrankt ist, hatte dies erstmal ein Ende, provisorisch konnte bei den Eltern meiner Lehrerin bleiben um nicht nach Mildura abgeschoben zuwerden. Als SCCE dann eine Familie für mich hatte, wurde es aber nicht besser.
Die neue Familie war sehr streng (Wifi 22 uhr aus, nicht bei Freunden übernachten, um 5 p.m. zurück sein), Natürlich habe ich mich am Anfang angepasst, und so gut es geht faux-pas aus dem weg zugehen, aber auch bei Kleinigkeiten hatte der Vater etwas zusagen, z.B. bei einem nassen Bad war er sehr wütend auf mich. Auch in dieser Zeit habe ich mich nicht sehr wohlgefühlt da ich mich nicht Einleben konnte sondern immer auf alles 3x acht geben sollte.
Die Familie hatte einen Road-Trip geplant in den Sommerferien, wo sie mich natürlich mitgenommen haben unter der Voraussetzung das ich in keine Faux-pas stolpere wie der Vater mir vorher sagte.
Geschlafen haben wir in verschiedenen Ferienhäuser/Bungalows. Das erste Bungalow war sehr klein und die Familie hatte für mich ein Zelt aufgebaut, was ich auch noch verstanden habe. Dies wiederholte sich aber in allen 3 anderen Bungalows, obwohl genügend Betten zur verfügung da waren. Ab da wusste ich das ich doch nicht dazu gehöre. An unserem letzen Aufenthaltsort in Sydney kam dann das schlimmsten szenario. Die Gastfamilie hat in einem Hotel geschlafen, die Straße entlang war mein Hostel und ich sollte die 2te Nacht bar bezahlen, dies habe ich aber übersehen und hatte anstatt 120 Dollar nur 90 auf der Tasche. Verzweifelt habe ich meine Bank Karte zerkratzt damit die Gastfamilie nicht wieder auf mich zeigen kann und sagen kann ich sei Schuld. Ich habe der Gastmutter gesagt meine EC Karte sei kaputt und ich bräuchte 20 Dollar um meine unterkunft, sie überlachte die Situation und sagte wortwörtlich"Honey, we dont borrow you money". Ich wusste echt nicht was ich machen sollte, und dachte mir auf der Straße in Sydney können sie mich ja nicht zurück lassen, aber es sah so aus.
Gott sei dank, hatte ich 20 euro auf meiner Kreditkarte, und konnte es selber bezahlen. Am selben Abend waren wir im Restaurant. In der Runde haben wir alle ein getränk bestellt, der Vater sagte mir das wir die Rechnung splitten(Rechnung teilen, halb halb). Ich dachte dies wäre ein Witz doch der Vater erwiderte das ich ihnen ja eine Einladung versprochen hätte und er dies jetzt einlösen möchte.
Ich sagte ihn das er wüsste das ich kein Geld habe, nichtmal für mein eigenes Essen. Er antwortete das ich das Restaurant verlassen solle, und die Cola bezahlen solle. Mir war es sehr sehr peinlich vor einem vollem Lokal das Restaurant mit einer Cola zuverlassen. Um ehrlich zusein war dies das peinlichste was ich je erlebt habe. Schlafen gegangen bin ich ohne Essen. Meiner Mutter war sehr empört und schickte mir sofort Geld was auch am nächten Tag drauf war. SCCE sagte mir nur das es die entscheidung der familie ist das Gastkind einzuladen. Der Vater hat mich auf einen Kaffee eingeladen und wollte mir sagen das er mich nicht mehr nehmen könne, da wir zuverschieden seien. Ich habe es akzeptiert. Verlassen sollte ich die Familie anfang nächster Woche. Als wir Zuhause waren sagte mir der Vater ich solle sie morgen verlassen. Ich packte meine Sachen in Mülltüten da ich nichtmal Zeit hatte mir eine neue Tasche zuzulegen. Am nächsten Tag stand ich vor der Tuer und der Vater nannte mich eine Schande für Deutschland und einen Gauner. Weshalb der vater so wütend war konnte ich selber nicht verstehen. Am selben Tag wurde ich zum Bahnhof gefahren und die organisation hatte mir nur eine Adresse genannt, bei einer "Notfall Familie/Unterkunft". Nach einer Woche in der Unterkunft hatten sie eine neue Familie in Bendigo. Ich musste die Schule und meine gewohnte Umgebung verlassen. Also einen kompletten neuanfang in den letzten 4 Monaten. Die Familie war sehr sehr nett und wohlgefühlt habe ich mich auch aber es war nicht das selbe wie zuanfang. Ausserdem habe ich während dessen einen Brief an die vorherige Gastfamilie geschickt(mit unschönen worten). Ich wollte einfach wissen, weshalb man einen austauschschüler aufnimmt und ihn dann so behandelt.

DFSR hat sich 0 um mich gekümmert in dem Jahr, alles lief schief. Wenn ihr euch eine Orga. sucht dann nicht DFSR das ist der größte Abschaum. Die haben das Austauschjahr wie einen Pauschalurlaub präsentiert, und am ende war es nur der größte Scheisse. Nix konnten sie Organisieren ausser den Rückflug. Um ehrlich zusein weis ich auch nicht was mit den 13000 Euro geschehen ist. Null betreuung und nur unterstellungen. Mein jahr habt ihr versaut, danke. Hoffe das ihr pleite geht.

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...

Da ich weder Zeit noch Lust habe die Fehler in deiner Kausalkette aufzuarbeiten, kann ich einfach nur sagen, dass ich mit DFSR vollkommen gegenteilige Erfahrungen gemacht habe und mache.

Es tut mir zwar Leid, dass du da so Pech hattest, allerdings sollte man schon mit einem Hauch von objektiven Denken erkennen, dass DFSR im Prinzip an nichts von all dem Schuld hat und dass es äußerst unnötig ist hier so einen Hetzt-Post zu veröffentlichen.

Liebe Grüße,
machs gut und komm erst mal runter, in ein paar Jahren schaust du da schon mit ganz anderen Augen drauf,

Emilia
-glückliche DFSR-Austauschschülerin

Ähm. ja. nein. wtf.

Hallo erstmal,

Direkt vorweg, ich bin voll und ganz Emilias Meinung. Ich bin jetzt seit Mitte August mit DFSR in Schweden und ich bin sehr sehr zufrieden mit der Orga.
Mein Auswahlgespräch war übrigens gar nicht so wie du es beschrieben hattest, was du mit "Pauschalreise" meinst, musst du mir echt erklären. Der junge Mann, der bei mir daheim war, hat sogar mehrmals betont, das viele den Fehler machen ein Auslandsjahr wie eine Pauschalreise zu sehen. Einen Fehler, den du anscheinend begangen bist.
Nun, wo soll ich anfangen? Vielleicht bei deiner Welcome Family. In meinem Jahrgang an Schwedenschülern gab es ein Mädchen von DFSR/explorius die nicht einmal eine Welcome Family hatte und einen Monat später nach Schweden geflogen ist. Und hat sie das an einem tollen Auslandsjahr gehindert? Nein. Eine gute Freundin von mir hatte auch eine Welcome Family (auch wenn nur für 3 Tage), aber war sie enttäuscht? Nein. Dann deine Attitüde mit dem Hund. Ich weiß gerade keine anderen Worte außer Mädel was ist bei dir falsch? Wenn du eine Allergie oder Hundephobie hättest, gut, das kann man verstehen. Aber keinen Hund zu wollen, "weil [man] einfach keinen will" ja hallo? Man kann keine Sonderwünsche haben und sich dann wie eine Prinzessin darüber aufregen, dass diese nicht berücksichtigt werden können.
"[...] trotzdem war es nicht das, was ich mir unter einem Austauschjahr vortselle". Hier. Da ist es. Die Begründung all deiner Probleme, die du mit DFSR hattest. Hast du bei deinem VBT nicht aufgepasst, als über Erwartungen gesprochen wurden? Also anscheinend nicht.
Klar, deine dritte Familie war voll für den Arsch, aber dafür kann DFSR nichts. DFSR hat in jedem der Länder Partnerorganisationen, die sich um die Gastfamilienvermittlung etc kümmern. DFSR da die Schuld in die Schuhe zu schieben geht gar nicht, sorry.

Zu der Sache mit dem Geld. Denk mal darüber nach, DFSR hat Mitarbeiter, die bezahlt werden müssen, genau so wie ein Büro (Website, etc.) bezahlt werden müssen. Im Programmpreis enthalten sind auch VBT und Flug (der nach Ozeanien ja wirklich nicht günstig ist). Dann geht höchstwahrscheinlich noch ein Teil an die Parnterorganisation.

Also, nochmal zum Mitschreiben: Du führst dich auf wie eien Prinzessin, hast wahrscheinlich vor der Abreise zu viele ef-Werbevideos gesehen und denkst, dass in einem Auslandsjahr alles perfekt läuft. Tut es nicht. Es gibt immer viele schöne, aber auch viele negative Momente und das Ziel eines Auslandsjahres ist es zu meistern und daran zu wachsen. Ist bei dir anscheinend nicht der Fall. Klar, es ist immer einfacher den Fehler bei anderen zu suchen, aber (das wird jetzt wehtun) du bist zum größten Teil selbst Schuld, dass dein Auslandsjahr nicht so lief wie gewünscht.

Herzliche Grüße und einen Arschtritt aus Schweden.

...denk mal drüber nach...

vom 29.3.2017 18:48
M. A.

Meiner Meinung ist DFSR eine gute Orga,

Hallo, auch ich empfinde gerade das dringende Bedürfnis meine Meinung zu schreiben.
Ich bin selbst Mutter einer Austauschschülerin und habe auch selbst eine Austauschschülerin zu Gast.
Meine Tochter und auch meine Gastschülerin sind bei DFSR. Mir ist noch nichts negatives aufgefallen. Das Austauschjahr meiner Tochter kostet nicht mehr als bei anderen oder bei gemeinnützigen Organisationen. Wir fühlen uns rundum gut betreut. Dass Australien deutlich mehr kostet ist logisch, und versuch mal ein Australienprogramm zu bekommen, die Chance bei vielen Orgas sind sehr schlecht, also sei dankbar, dass DFSR dir das ermöglicht hat.
Doch nun mal zu deiner Geschichte
Bereits der Titel deines Beitrages lässt ahnen, dass es sich um eine wenig sachliche Schilderung handelt. Und ich will dir mal auf die Sprünge helfen. Ein Austauschjahr heißt in erster Linie sich anzupassen, andere Lebenssituationen kennenzulernen, zu akzeptieren und Schwierigkeiten zu meistern. Sicher gab es eine Aneinanderkettung ungünstiger Situationen, aber du hast diese auch zum Teil mitverschuldet. Ich muss dir auch sagen, dass ein Austauschjahr kein All-inkl.-Urlaub ist und eine Gastfamilie muss auch nicht alle Kosten für dich tragen. Dass du die Übernachtungskosten bei Urlaubsfahrten nicht bezahlen willst oder kannst trägt nicht zu besonderer Harmonie bei. Du machst deine Geldkarte kaputt um nicht bezahlen zu müssen „zu können“...das zeigt deine Grundeinstellung. Überlege mal, was hast du für die Familie getan? Hast du versucht dich einzubringen? Ich meine das nicht finanziell. Wobei du mal bedenken solltest, dass die Familien in der Regel kein Geld dafür bekommen, dass du bei ihnen lebst. Das Verhalten der beschriebenen Gastfamilie ist sicher so nicht in Ordnung, aber ich vermute du hast schon auch dazu beigetragen, dass es so kam.
Und die Tatsache, dass DFSR in deinem ATJ so viele Gastfamilienwechsel und auch noch einen Schulwechsel organisiert hat, und du dann doch noch 4 schöne Monate hattest, zeigt dass diese Orga durchaus für dich da war. Mit manch anderer Organisation wärst du vielleicht ganz schnell wieder zu Hause gelandet.
Ich hoffe du kannst was daraus lernen,
du bist noch jung, es ist noch nicht zu spät 😉

vom 29.3.2017 19:22

Du tust mir leid

Hey,
In deinem fall war das schon sehr viel Pech, ich denke allerdings das solche Szenarien dir in jeder Orga passieren können. Aber an deiner Stelle würde ich auch so reagieren, denn das kann eigendlich nicht sein.

vom 7.1.2022 17:49
A. S.

Negative Erfahrungen mit DFSR und CETUSA - nicht empfehlenswerte Organisationen

Ich habe leider auch nicht gerade die besten Erfahrungen mit DFSR gemacht:

Eigentlich wollte ich ein großartiges Auslandsjahr mit guten Erfahrungen in den USA haben, jedoch endete es in einem Desaster und ich musste nach nur drei Monaten zurück nach Deutschland fliegen.
Fangen wir ganz von vorne an: Ich habe mich im letzten Jahr für ein zehnmonatiges Austauschprogramm in den USA mit DFSR (Dr. Frank Sprachen und Reisen) angemeldet. Ich war sehr begeistert und hatte eine riesige Vorfreude auf mein Auslandsjahr. Ich bekam meine Gastfamilie, die in Michigan wohnt, früh im April 2021. Ende August bin ich in die USA aufgebrochen.
Der erste Monat lief noch gut und ich habe versucht mich zu integrieren, bis es dann nach anderthalb Monaten immer schlechter lief. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen habe ich sehr weit von meiner Schule entfernt gelebt (über 20 Meilen) und war jeden Tag über drei Stunden unterwegs, weil ich auch noch einen Kurs an der Schule, die fast bei mir zu Hause war, hatte und dort immer, direkt nachdem ich morgens mit meinem Gastvater zur Schule gefahren bin, mit dem Bus hin- und zurückgefahren bin. Zudem war meine Schule, welche in einem Indianerreservat lag, mit lediglich 50 Schülern in der High School ziemlich klein. Es war nicht gerade sehr einfach für mich bei etwa 10 Schülern im Jahrgang viele Freunde zu finden. Hinzu kam, dass ich Probleme mit bestimmten Leuten hatte. Ich wusste nicht, wie ich am besten damit umgehe, denn es gab gewissermaßen eine Sprachbarriere zwischen nur englischsprechenden Muttersprachlern und mir.
Daher habe ich mich dazu entschlossen, dass ich gerne die Schule oder gleich mein ganzes Placement wechseln möchte, weil ich mich dort unwohl und fehl am Platz gefühlt habe. Ich habe mich an meinen Local Coordinator (LC) gewendet. Sie behauptete, dass es aus irgendeinem Grund nicht möglich sei, die Schule zu wechseln und darüber, ob ich mein ganzes Placement wechseln darf, konnte ich mit ihr auch nicht sprechen, da sie meinen Gastvater sowohl als Freund als auch als Kollegen an meiner Schule kannte. Das machte das Ganze noch schwieriger, denn sie war voreingenommen als Teil meiner Schule.
Doch so leicht gab ich nicht auf. Ich kontaktierte zunächst meine amerikanische Organisation CETUSA (Council for Educational Travel, USA) per E-Mail und als ich nach Tagen bedauerlicherweise immer noch keine Antwort erhalten habe, habe ich mich an meine deutsche Organisation, DFSR, gewendet. Dort hieß es, es sei überhaupt nicht möglich zu wechseln und ich solle dort bitte bis zum Ende bleiben.
Daraufhin verschlechterte sich drastisch meine Laune. Ich war genervt und fühlte mich sehr von DFSR und CETUSA allein und zurückgelassen. Das nahmen auch meine Gasteltern wahr, die meinen Local Coordinator sowie meine Eltern alarmierten. Meine Koordinatorin kontaktierte CETUSA und CETUSA DFSR und DFSR meine Eltern, woraufhin sie noch mehr in Panik gerieten. Meine Mutter hat sich riesige Sorgen um mich gemacht und hat mich ständig angerufen und zugetextet, weil DFSR sie – wie sie mir sagte – oft mehrmals täglich telefonisch und per E-Mail kontaktiert hat, um ihr Dinge über mich zu erzählen. Dabei haben viele der ‚Berichte‘ über mich weder gestimmt, noch haben sie mir einen Sinn ergeben. Beispielsweise haben sie einmal behauptet, dass ich alle Schulkontakte auf Social Media blockiert habe. Ich habe das nicht getan und hätte es ja auch selbst beweisen können. Ich habe nachgefragt, wer das gesagt hat und wie man darauf kommt. Ich wurde einfach von DFSR ignoriert. Ich muss leider gestehen, dass ich scheinbar nicht der Erste bin, bei dem die Organisation den Eltern hinter dem Rücken des Austauschschülers Unwahrheiten erzählt hat. So etwas ist mental sehr belastend und löst keine Probleme. Im Gegenteil: Die Probleme wurden so noch schlimmer. Ich fühlte mich sehr unter Druck gesetzt und wusste einfach nicht mehr, was ich in meiner Situation tun sollte. Ich weiß, dass es für Außenstehende schwierig sein mag, sich in die Situation eines Austauschschülers zu versetzen. Ich hätte jedoch schon wenigstens von DFSR Hilfe erwartet, leider wurde ich von niemandem richtig unterstützt. Es wurde versucht, das Unglück in meine Schuhe zu schieben – mit Erfolg.
Nichtsdestotrotz habe ich nicht gleich aufgegeben. Ich habe die Aussage von CETUSA so interpretiert, dass die Möglichkeit zu wechseln bestünde, sofern mich eine andere High School aufnähme. Deshalb habe ich mit dem Schulleiter einer anderen Schule, an der ich bereits einen Kurs hatte, geredet, um ihn zu überzeugen, mich aufzunehmen. Ich habe ihm von allen Problemen erzählt, auch von Problemen mit Mitschülern, weil er mich ausdrücklich nach Problemen gefragt hat und ich ja schlecht alles verschweigen konnte. Letzten Endes hat er mit der Begründung nein gesagt, dass sich mein Programm Mühe gegeben habe, dass ich auf meine jetzige Schule gehen könne.
Am nächsten Tag hat eine Mitarbeiterin der Partnerorganisation mit mir telefoniert, die mir unterstellt hat, dass ich die J1-Visumsregeln verletzt habe, weil es ja die Aufgabe der Organisation sei, sich um die Schule zu kümmern. Dabei habe ich doch lediglich gefragt, ob ich wechseln darf, und mich nicht angemeldet. Zudem soll ich auch noch sehr schlecht über meine Schule sowie meine Schulleiterin geredet haben, wurde behauptet, obwohl ich lediglich erzählt habe, dass die Schule weit entfernt und klein sei, und ich habe dem Schulleiter von Problemen mit anderen Schülern erzählt, weil ich ehrlich sein wollte.
Meine Eltern haben am Tag darauf ein Final Warning erhalten, was nicht mit mir abgesprochen war. Weder ein Mitarbeiter von CETUSA noch von DFSR hat mit mir darüber geredet und mir erklärt, wieso ich es bekomme und was genau es für mich bedeutet – nicht einmal mein Local Coordinator schien davon wirklich Bescheid zu wissen. Jedenfalls war ich derjenige, der ihr erzählt hat, dass meine Mutter mir irgendetwas über eine Verwarnung mitgeteilt hatte. Die Koordinatorin hat mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen darüber machen. Das war sehr verwirrend. Die Organisation wollte mit mir offenbar nicht richtig darüber reden und mich informieren.
Die nächste Zeit war ganz schön deprimierend und ich fühlte mich noch einsamer als zuvor, weil mich enttäuschenderweise sowohl DFSR als auch CETUSA ignoriert haben, statt mir zu helfen. Die gesamte Kommunikation verlief immer über meine Eltern statt über mich: Meine Koordinatorin hat etwas über mich an die amerikanische Organisation CETUSA gemeldet. Das ging dann an DFSR und DFSR hat dann immer meinen Eltern gesagt, sie sollen mir bitte dies und das mitteilen. Ich war oft sehr verwirrt, was gemeint war, denn selbst bei „Stille Post“ werden Informationen oft unwissentlich verändert. Egal, wie oft ich mich an DFSR und CETUSA gewendet habe, es war alles zwecklos.
Trotz alledem habe ich aber alles gegeben, um mich zu bessern. Ich habe versucht, mehr mit der Familie zu unternehmen und öfters runterzugehen. Auch habe ich mich in der Schule über mehrere Wochen hinweg bei gewissen Personen zurückgehalten, um Streite zu verhindern. Das wurde unter anderem so aufgenommen, dass ich alles blockieren wollte. Ich war zu jedem Zeitpunkt gesprächsbereit. Auch als der Supervisor der Schule mit mir geredet hat, habe ich mich offen gezeigt, auch wenn ich anfangs meine Zweifel daran hatte, ob es zu einer richtigen Lösung führen würde. Scheinbar ist es auch nur zu mehreren Missverständnissen zwischen einigen Mitschülern und mir gekommen und wir konnten sie zum Glück ausräumen.
Doch leider verlief es nicht jeden Tag so gut. Der Druck, den DFSR und CETUSA auf meine Eltern und diese dann auf mich verübt haben, wirkte sich auf meine mentale Gesundheit aus. Ich war an einigen Tagen leicht reizbar. So hatte ich einige Zeit nach dem Final Warning, an einem Montag, einen kleinen Wutausbruch beim Basketball. Das war sehr unnötig von mir, vor allem weil es nur um eine Kleinigkeit ging. Ich bin dann zu meinem Gastvater von der Sporthalle in das Schulgebäude gegangen und habe ihm gesagt, dass ich das alles hasse und nicht mehr mitmachen will. Ich habe im
Nachhinein selbst eingesehen, dass es mehr als dumm von mir war, weil ich bereits eine Warnung hatte.
Am nächsten Tag wurde ich telefonisch von einer Mitarbeiterin von CETUSA benachrichtigt, dass mein Programm jetzt überprüft werde und ich eventuell nach Hause geschickt werde. Ich habe mich selbstverständlich entschuldigt und auch gesagt, dass ich mich trotz des Vorfalls am vorigen Tag bemüht habe, mich besser anzupassen und zu integrieren. In den folgenden Tagen habe ich mein Bestes gegeben, damit ich bleiben kann. Ich habe beispielsweise freiwillige Aufgaben an meiner Schule übernommen. Ich habe geholfen, die Cafeteria nach dem Lunch zu reinigen. Auch habe ich offen mit meiner Gastfamilie über alles geredet.
Am Freitag derselben Woche hat DFSR meinen Eltern mitgeteilt, dass ich nach Hause geschickt werde und bis spätestens in sieben Tagen die USA verlassen sollte. Entschieden hat das ein Programm Direktor von CETUSA, der – wie mir mehrere CETUSA-Mitarbeiter gesagt haben – normalerweise nicht mit Austauschschülern reden möchte. Es bedeutet also, dass eine Person, die mich nicht kennt, darüber entschieden hat, dass ich nach nur drei statt zehn Monaten zurück nach Deutschland fliegen soll. Ich konnte es nicht fassen und kann es immer noch nicht. Ich habe versucht, mehr über die genauen Gründe, weshalb ich wegmuss, zu erfahren, aber CETUSA hat immer nur gesagt, dass ich nicht diskutieren soll. Und als ich der einen CETUSA-Mitarbeiterin gesagt habe, dass ich eventuell Depressionen kriegen könnte, wenn ich so plötzlich zurückmuss, bekam ich eine unverschämte Antwort: Es sei nicht das Problem von CETUSA, wenn Austauschschüler während oder nach dem Auslandsjahr mentale Probleme hätten. Außerdem hat sie mir auch vorgeworfen, ich hätte schon vor dem Auslandsjahr psychische Probleme gehabt und wäre für das Programm nicht geeignet gewesen, was beides nicht wahr war.
Ich habe mich schließlich an das Committee for Safety of Foreign Exchange Students (CSFES), eine Organisation von Freiwilligen, die sich für die Rechte von Austauschschülern einsetzt, gewendet. Mir wurde mitgeteilt, dass ich nicht der erste Fall bin, wo CETUSA negativ aufgefallen ist. Vermehrt hat CETUSA Austauschschülern Hilfe verwehrt und vor zehn Jahren musste das Department of State sogar das Sommerprogramm von CETUSA verbieten.
Das CSFES hat dann zwei Beschwerden an das Department of State gegen CETUSA gesendet. Einmal, weil sie mich wegen dieser Ursachen nach Hause senden und dann nochmal eine Beschwerde, weil CETUSA nicht die Nummer des Department of State auf meine Student ID Card gedruckt hat. Das ist ein klarer Verstoß gegen die United States Department of State Regulations, Section 62.25 (g)(6). Leider kam keine rechtzeitige Antwort vom Department of State, bevor ich zurück nach Deutschland geflogen bin. CETUSA kann sich also problemlos selbst kontrollieren, wenn das Department of State nichts unternimmt.

Meine Eltern sollten auch noch einen ‚Release Letter‘ von CETUSA unterschreiben, damit sie keine Ansprüche mehr gegenüber CETUSA und DFSR haben. Wir haben nichts unterschrieben. Geld kriegen wir sowieso keins mehr zurück. Ich frage mich, wohin das Geld eigentlich fließt. DFSR und CETUSA haben mir nie geholfen. DFSR hat sogar immer meine Anrufe ignoriert und auch auf E-Mails haben sie nicht gleich direkt geantwortet. Auch CETUSA war nicht besser. Ich frage mich, was wäre, wenn jemand einen akuten Notfall hätte. Würde dann auch so leichtfertig mit der Situation umgegangen werden? Ich muss sagen, dass ich von DFSR und CETUSA sehr enttäuscht bin und negative Erfahrungen mit DFSR und CETUSA gemacht habe. Ich hätte nicht gedacht, dass man so mit Austauschschülern umgeht und wie egal den Organisationen meine mentale Gesundheit eigentlich war.

Diskussionsübersicht
7.1.2022
A. A.
DFSR - Meine Erfahrungen
28.3.2017
Emilia H. Schweden DFSR 2017/18
29.3.2017
Kai V. USA ISKA 2017/18
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