Das braucht vielleicht auch Zeit…

Ach so. Aber Argentinien scheint ja um einiges unsicherer zu sein als Neuseeland.
Ich glaube es ist schwer die Mitte zwischen "Wir geben dir viele Freiheiten" und "mach doch was du willst, uns kümmert des nix" zu finden. Sowohl für die Gastfamilie, als auch für uns.
Ich glaube, man ist, auch wenn man für 1 Jahr in einem Land ist, einfach nicht lange genug da um dieses Freundschaftsverhältnis aufzubauen, ich glaube, das ist die Ausnahme. Wenn man Freude hat, dann hat man meist ei anderes Verhältnis zu denen (hier).
Ich glaube, das kommt auch auf die Person an und bestimmt ist auch ein bisschen Glück im Spiel.
Das mit dem 5. Rad am Wage geht mir genauso. Vor allem an Geburtstagen oder wenn wir zum Mittagessen bei den Großeltern sind.
Ich dachte immer, das liegt ausschließlich an mir, aber wieso habe ich dann trotzdem in Deutschland die besten Freunde der Welt?! Es braucht einfach zeit und was ich zum Beispiel falsch gemacht habe am Anfang: Ich hätte mich mehr integrieren sollen, in Sportarten oder Komitees.
Ich weiß leider nicht, ob auch Leute, denen es so geht wie mir ihre Austauschzeit als beste Zeit ihres bisherigen Lebens beschreiben würden. Ich habe aber heute mit der Homestay Managerin gesprochen und sie gefragt, ob das öfters vorkommt, dass man so einen Durchhänget in der Hälfte des Austausches hat und sie meinte, vor allem bei Leuten die 1 Jahr bleiben haben das sie meisten. Vielleicht vergisst man das auch, wenn es danach wieder Berg auf geht.
Meine Gastmutter macht sich, habe ich das Gefühl auch gerade etwas sorgen. Ich glaube, sie fühlt sich dafür verantwortlich, dass ich mich so zurückziehe, weil sie hier draußen wohnen.
Gab es denn auch Probleme von deiner Gastfamilie aus? Ich fände es nämlich gut, wenn meine Gastfamilie einfach sagen würde, was sie stört.
Hast du auch ein besseres Verhältnis zu einer bestimmte Person in der Gastfamilie und mit einer anderen wirst du einfach so gar nicht warm? Nicht dass man große Meinungsverschiedenheiten hätte, eher, dass man einfach nicht warm miteinander wird?
Ich würde bis Mitte Dezember hier bleiben, aber meine Familie kommt und wir verbringen noch einige Wochen (ua. Weihnachten und Sylvester) hier in Neuseeland.
Wovor ich auch Sorge habe, ist, wenn ich Gastfamilie wechsle bin ich noch immer in derselben Schule und ich würde meine Gastschwester noch immer in der Schule treffen, genau so ihre Freunde. Da die Schule recht klein ist, weiß irgendwann jeder davon und ich bin dann die "die die Gastfamilie gewechselt hat".
Ich fände es einfach nur mal toll, wenn meine Gastfamilie und ich mal offen reden könnten und alle Karten auf den Tisch legen würden.
Findest du, dass es eine gute Entscheidung war, diesen Austausch zu wagen? Was würdest du ändern, wenn du könntest?
Liebe Grüße,
Livia

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vom 17.7.2014 21:13
S. S.

hast recht :)

Wahrscheinlich hast du recht, dass es Zeit braucht (bin eben sehr ungeduldig Zwinker) Leider besuche ich sowas wie eine Ganztagsschule, weil die hier eine musikalische Spezialisierung haben, deswegen gibt es keine Nachmittagsangebote und so etwas. Meine Gastfamilien haben beide das gleiche Problem wie mir scheint, weil ich zu ruhig bin glaube. In meiner alten Gastfamilie hatte ich Probleme mit meiner Gastschwester und mich hat einfach alles an ihr aufgeregt und jetzt naja da würde ich eher auf meinen Gastvater tippen, der wirklich viel brüllt oder laut ist, was ich nicht wirklich mag, auch wenn meine leibliche Mom auch sehr streng ist Zwinker Aber das ist halt meine Mom. Meine Gastfamilien haben auch nur über meine Betreuerin kommuniziert, mit dem Ergebnis, dass ich nicht mehr mit ihr reden will am Telefon oder so von Angesicht zu Angesicht.
An sich bereue ich die Entscheidung nicht, ich hätte bloß in die USA oder in ein englischsprachiges Land gehen sollen oder vielleicht nach Frankreich oder Belgien oder Niederlande (da ist meine Familie dann nicht ganz so weit weg und da hätten sie mich auch mal besuchen können, vor allem meine Verwandtschaft). Die Länderwahl bereue ich sehr stark und wenn es ginge, dass ich nochmal sage, dass ich es in 1 Jahr probiere mit einem anderen Land, wäre ich schon längst wieder zu Hause. Und bei dir?
Also den Schulwechsel habe ich nicht nur gemacht, weil ich mit der Schule nicht klarkam, sondern weil meine Gastschwester in meiner Klasse war, wenn das bei dir auch so ist, würde ich wahrscheinlich die Schule wechseln, ist jetzt noch komisch, wenn mich jemand aus meiner neuen Schule fragt, warum ich da weg bin!
Meine Eltern kommen leider nicht zu Besuch, aber so eine Reise ist ja auch nicht gerade billig, zumal ich nicht glaube, dass es ihnen hier gefällt. Meine Tante meinte mal, dass sie vielleicht kommt, um mit mir das Land anzuschauen, weil ich alleine ja nicht reisen darf und somit auch nichts gesehen habe, aber sie ist Lehrerin und so viele Ferien sind ja nicht mehr, also kommt eigentlich keiner her Ohnee

Ausnahmefall?

Ich hab mittlerweile keine Ahnung mehr, was ich bin, ob ruhig oder eher laut. Hier habe ich das Gefühl, seit Ewigkeiten kaum gesprochen zu haben (was nicht ganz stimmt), zuhause rede ich als ob ich ein Wasserfall wäre.
Ich frage mich auch schon, ob ich immer so bin wenn ich nicht zuhause bin, aber das stimmt nicht.
Ich hab hier eigentlich kein Problem mit irgendjemandem in der Familie.
Meine Gastfamilie kommuniziert über meine Mutter mit mir. Das ist total schräg, aber ich glaube, es hat sich einfach noch kein Gespräch ergeben, was nicht so toll ist.
Ich hab mir auch inzwischen gewünscht, ich wäre nach Irland, Norwegen oder England gegangen, aber an sich gefällt es mir hier ja total. Is ist nur einfach ver***** weit weg von Zuhause.
Ich halte es auf jeden fall noch aus hier, es geht mir nur einfach auch ums genießen.
Ich kann hier leider nicht, oder nur sehr schwer Schule wechseln. Ich habe mir ja genau diese Schule hier ausgesucht und zahle bestimmt Schulgebüren dafür. Ich würde aber vielleicht auch wechseln, wenn es möglich wäre.
Traurig, dass niemand kommt. Kannst du keine Internationalreise machen mit anderen Austauschschülern?
Es wäre wirklich toll, wenn ich wissen würde, was ich tun könnte…
Sind "wir" denn ein Ausnahmefall, dass wir uns nicht akzeptiert fühlen oder geht es vielen ATS so?

vom 18.7.2014 14:10
S. S.

Nicht akzeptiert- geht es noch jemandem, außer uns so???

Genau so ist es bei mir auch: Zuhause treibe ich die Lehrer zur Verzweiflung, wenn ich so viel rede und hier rede ich zwar auch, aber es ist schon sch**** wenn meine Gastschwester dann über meinen französisch/deutschen Akkzent lustig macht und das ist das "r" nicht aussprechen kann. Besonders förderlich ist das wenige Sprechen auch für das Spanischlernen ja nicht. Verstehe auch gar nicht, wieso ich plötzlich ein Problem mit einer anderen Kultur habe. Ich kenne wirklich Menschen aus der ganzen Welt und habe mich immer gut mit ihnen verstanden und Freundschaften geschlossen und mich immer so für deren Kultur/Sprachen/Essen interessiert, Argentinien und Brasilien war auch darunter und mit den Kindern habe ich mich ausgezeichnet verstanden (ok die waren auch einiges jünger, aber genauso temperamentvoll). Achso na wenn du dir die Schule ausgesucht hast, ist schon schlecht. Was ist das denn für eine Schule? Ich denke, ich hätte mir die auch viel lieber aussuchen wollen, weil ich einfach auf eine NORMALE Schule wollte, also wie die etwa geschätzte 80-90% besuchen und da hatte ich auch Hoffnungen, als ich gewechselt bin.
Meinst du die Reisen von der Organisation? Die nächste Reise ist im Oktober und die mache ich auf jeden Fall.
Ich denke, das mit der Kommunikation liegt an den Kulturen. Argentinier sind zum Beispiel seeehr indirekt (leider), aber irgendwie ist es mir auch nicht so recht, wenn ich mich dann mit an den Tisch setzen muss und zuhören muss, wenn mein Gastvater meine Gastgeschwister ausschimpft, das ist ziemlich unangenehm!
Habe auch echt keine Ahnung, was ich machen soll und wenn ich sage, ich wechsle, würde sich erstens meine Betreuerin und meine Orga und zweitens meine leiblichen Eltern und meine Gastfamilie fragen, ob ich einen Vollknall hab. Gibt es denn noch jemanden, der sich so fühlt und sich mit uns austauschen möchte???

Wie geht's dir jetzt?

Ich hatte ja, als ich mich gemeldet habe Ferien. Ich weiß nicht, was ich all die zeit falsch gemacht habe, aber seit dem ersten Schultag nach den zwei Wochen Ferien habe ich auf einmal Freunde gefunden. Besser gesagt, ich kann mich fast gar nicht so arg zerreißen. Nach eine halben Jahr!
Ich glaube aber es ist ziemlich normal, dass so was (diese Art von "Mid year crisis") relativ normal ist. Ich habe auch mit einer anderen Freundin, die vor einigen Jahren für 3 Monate in Australien war geredet. Sie hatte ein ähnliches Problem und hat mir de Tip gegeben, dass sie nach einiger Zeit gemerkt hat, dass sie mit den Leuten, mit denen sie immer rumgehangen hatte, ganz andere Interessen hatten als sie. Und dass sie, nachdem sie das realisiert hat, sich einfach nach Leuten umgesehen hat, die ihr ähnlicher sind. Und so hat sie echt gute Freunde gefunden.
Ich verstehe schon, WIE lernt man "solche" Leute kennen. Ich glaube, man muss sich einfach zwingen, mehr zu unternehmen. Und über den eigenen Schatten springen um Leute zu fragen, ob sie Lust hätten was mit dir was unternehmen. Und wenn's nicht klappt..? Nimm's nicht persönlich. Passiert und es ist eine gute Übung um später mal damit umzugehen. Und siehs doch mal so, du hast doch zuhause echt gute Freunde, du hast noch ein zweites "richtiges" Zuhause mit einer Familie, die dich echt liebt. Siehst als Übung. Sieh diesen Austausch als Übung für's Leben. Und wenn die Übung nicht so geht, wie du willst, dann machst auch nix, du hast was gelernt und bist an den Schwierigkeiten gewachsen. Das Leben geht weiter.
Denk einfach immer an den Rückhalt, denn du aus Deutschland/ Österreich/ Schweiz von deiner Familie und deine Freunden hast. Sieh es einfach als zweite Chance auch wenn die erste nicht ver*** ist.

Auf was für einer Schule bist du denn? Auf einer (semi-)Privatschule?

Ich wünsche dir alles Gute und ich würde mich freuen, wenn du noch zurückschreiben könntest, wies dir jetzt geht Zwinker
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen konnte (du hast mir auch irgendwie geholfen Zwinker)
Liebe Grüße,
Livia

vom 31.7.2014 01:35
S. S.

Oh das freut mich so für dich :)

Hey,
mein Komitee wollte mich eigentlich nach Hause schicken Ohnee Daher musste ich in die Hauptstadt wechseln und bin jetzt seit Montag hier. Von der Familie bei der ich bleibe, bekomme ich zu hören, dass es mit mir wie mit einer Stummen ist, was mir sehr zu schaffen macht, weil ich eben nicht so der "Hallo hier bin ich"-Typ bin, sprich ich fange an zu reden, wenn ich mich wohl fühle mit den Menschen und ich bin auch nicht so diejenige, die gerne ein Gespräch anfängt. Ich denke, die kommen damit einfach nicht klar. Ich habe mich jetzt wirklich bemüht, mit einem Dauerlächeln durch die Gegend zu laufen, weil mir das sehr oft gesagt wurde, aber es hilft nichts Ohnee Nun klar ich habe sehr viel gelernt auch gerade über die Menschen in Deutschland: Ich hatte damals einen wunderschönen Abschied und viele in meiner Klasse haben Anteilnahme gezeigt, was ich nicht erwartet hätte. Außerdem bekomme ich immer wahnsinnig viel moralische Unterstützung aus Deutschland, auch von Leuten, mit denen ich manchmal mehr und manchmal weniger zu tun hatte oder auch von jemandem, mit dem ich mich zuhause meistens nicht verstanden habe. Habe einfach gelernt dafür so wahnsinnig dankbar zu sein und ich weiß jetzt, dass ich niemals hier leben würde, einfach weil die meisten Menschen nicht mit mir klarkommen, in Deutschland dafür habe ich einen Platz und die Menschen akzeptieren und lieben mich so wie ich bin. Schade, dass ich mir das falsche Land ausgesucht habe, aber im Leben kann ja nicht immer alles richtig laufen. Vielleicht, wenn ich es irgendwie schaffe möchte ich noch bis Oktober oder so bleiben, um immerhin den Ort sehen zu können, auf den ich mich so gefreut hatte, bevor ich hier hin kam (die Iguazu-Wasserfälle im Norden) und wenn nicht, weiß ich, dass ich zumindest von einer Freundin schon sehnsüchtig vermisst und erwartet werde. Außerdem brauche ich noch etwas Zeit, um mich vorzubereiten darauf, was mich in Deutschland erwarten wird. Schließlich war ich dann eine Zeit weg und es hat sich eine Menge geändert.
Es freut mich wirklich, dass du Freunde gefunden hast und am Ende, bevor ich aus der Stadt musste hatte ich auch eine ganz tolle Freundin und die Schule war eigentlich ganz toll, wenn ich mir das so recht überlege. Es war schon eine staatliche Schule, aber eben speziell mit musikalischer Bildung und so.
Fühlst du dich besser in deiner Familie?
Liebe Grüße
Sophie

Diskussionsübersicht
15.7.2014
S. S.
16.7.2014
Livia .. Neuseeland Stepin 2014/15
16.7.2014
S. S.
17.7.2014
Livia .. Neuseeland Stepin 2014/15
Das braucht vielleicht auch Zeit…
17.7.2014
S. S.
18.7.2014
Livia .. Neuseeland Stepin 2014/15
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