vom 14.11.2015 04:14
V. K.

Abbrechen wegen schweren Todesfall

Hallo ihr Lieben

Ich bin mit Rotary in Argentinien, und das schon seit 2 Monaten.
Eigentlich läuft hier alles gut, aber ich habe ein riesiges Problem, das eigentlich kaum ein Austauschschüler wirklich verstehen kann.

Nach den ersten 2,5 Wochen musste ich so schnell wie möglich zurück nach Deutschland, da bei meinem Vater eine Woche davor Leukämie entdeckt wurde und er zu dem Zeitpunkt als ich es erfuhr und zurückflog im Sterben lag, Am Tag meiner Ankunft ist er auch kurz darauf verstorben.
Nach 3 Wochen bin ich wieder zurück nach Argentinien, pünktlich zur Patagonienreise, bei der ich mich wirklich gut ablenken konnte.
Doch jetzt, wo ich wieder zurück in meiner Familie und im Alltag bin, kann ich gar nicht mehr. Die Zeit ist so schon unerträglich, weil ich, egal was ich tue, nur an ihn und meine trauernde Familie denke. Jetzt ist es aber am schlimmsten, weil ich immer alleine zu Hause bin, weil in der Schule Trimestrales geschrieben werden und ich nicht mitschreiben kann. Ich weine jeden Tag durchgehend und möchte eigentlich nur noch nach Hause.

Gleichzeitig möchte ich das alles hier aber nicht aufgeben. Es war mein größter Traum, und den sollte ich eigentlich ausleben, wenn ich schon die Chance habe. Und ich will mir auch nicht vorstellen, was ich alles verpassen würde...

Doch jetzt kommt noch die Sache dazu, dass jetzt die Weihnachtszeit, die Zeit der Familie kommt. Und noch etwas, nämlich der Terroranschlag in Paris. Viele Leute beunruhigen mich damit, indem sie meinen, dass es bald an die Zeit kommt, dass so etwas auch in Deutschland passiert.

Hat jemand vielleicht einen Rat, was ich tun soll? Würde mich über jede Hilfe freuen.

LG

Auf diesen Beitrag gibt es eine Antwort:

RE: Abbrechen wegen schweren Todesfall

Hi,
Erstmal muss ich mal sagen, dass es mir schrecklich leidtut für dich. Das muss der Horror gewesen sein, als du das erfahren hast! Du bist aber sehr stark, dass du das bis jetzt so gut gemeistert hast.
Ich kann glücklicherweise nur erahnen, wie schlimm das alles sein muss. Aber ich denke, ich würde nicht abbrechen. Es war dein Traum und du sollst deinen Traum ausleben. Deiner trauernden Familie kannst du nicht helfen nur weil du zu Hause bist.
Versuche dich so gut wie es geht abzulenken, frage doch deine Gastfamilie ob du was mit ihnen unternehmen kannst. Oder ob du was helfen kannst im Haushalt, wenn sie arbeiten. Geh einem Hobby nach, was auch immer. Sprich mit Anderen darüber, das hilft.
Weihnachten wird sicher eine schwierige Zeit, für alle Austauschschüler, für dich aber besonders. Ob du es schaffst, kannst nur du wissen. Ich sage nur, dass man meistens viel stärker ist, als man denkt und man fast alles schaffen kann.
Und das mit Paris finde ich auch sehr schlimm, ich war geschockt, als ich davon gehört habe. Aber du bist in Argentinien, weit weg von den Anschlägen. Selbst wenn Terroranschläge in Deutschland vorkommen, was nützt es wenn du dort bist? Du begibst dich theoretisch nur in grössere Gefahr dort...
Ich hoffe für dich, dass du das alles gut meisterst und denke an dich!
LG Rahel

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