Ist es nicht Aufgabe der Austauschorganistion vor dem Austauschjahr eine Gastfamilie für jeden Schüler zu finden?

Einige Schüler reisen in ihr Austauschjahr, ohne dass sie die Adresse ihrer Gastfamilie kennen. Sie werden in "Übergangsfamilien" untergebracht. Dort bleiben sie solange, bis sich eine Familie gefunden hat, die sie das Jahr über aufnimmt. Nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Eltern verunsichert das ungemein. Ist es nicht Aufgabe der Austauschorganistion vor dem Austauschjahr eine Gastfamilie für jeden Schüler zu finden?



„Übergangsfamilien“, auch „Welcome-Familien“ genannt, kommen in der Regel nur im USA-Programm vor und sind eine hilfreiche Stütze für die Austauschorganisationen, um dem Austauschschüler einen pünktlichen Programmstart zu ermöglichen. Egal ob „Welcome-Familie“ oder „richtige“ Familie – die Adresse der Gastfamilie muss vor Abreise bekannt sein und die „Welcome-Familie“ hat denselben Bewerbungs- und Auswahlprozess durchlaufen wie die „richtigen“ Familien. Die Gründe für die Platzierung in einer „Welcome-Familie“ können vielfältig sein, vielleicht ist die Familie zum ersten Mal Gastfamilie und möchte erst mal schauen, wie es läuft. Nicht selten wird aus der „Welcome-Familie“ die „richtige“ Familie. Der Zeitpunkt, wann eine Gastfamilie gefunden wird, sagt nichts über deren Qualität oder Eignung aus, sondern ist durch viele äußere Faktoren beeinflusst.

MITARBEITERIN, OPEN DOOR INTERNATIONAL e.V.



Auch viele Gastfamilien in Deutschland, die wir auf die Möglichkeit ansprechen, einen Gastschüler für ein Schuljahr bei sich aufzunehmen, sind zunächst unsicher, inwieweit das in ihrem Alltag klappen wird. Daher kann man sich auch hier zunächst als "Willkommensfamilie" melden. Der Familienrat entscheidet dann nach einigen Wochen, ob der Schüler die gesamte Austauschzeit bleiben kann. Sehr erfreulich ist, dass die meisten Familien merken, dass es viel Spaß macht, ein weiteres Familienmitglied aufzunehmen und ihm das Land, die Sprache und das Alltagsleben näher zu bringen. Fast 90 % der Familien behalten ihren Schüler dauerhaft! Daher sind Willkommensfamilien eine gute und keine Notlösung. Diese Familien werden vor der Aufnahme übrigens genauso überprüft, besucht und betreut wie alle anderen Familien.

KATHARINA MEIßNER - TEAMLEITERIN SCHULBESUCH IN DEUTSCHLAND, EXPERIMENT e.V.





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