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Schüler-BAföG und Bildungskredit

Wer ein Schuljahr im Ausland plant, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine BAföG-Förderung erhalten. Mit dem Bildungskredit ist es so eine Sache: Du musst bei der Beantragung bereits volljährig sein.

Die BAföG-Betreuung erfolgt durch die Deutschen Studentenwerke. Je nach Zielland, ist ein anderes Studentenwerk für dich zuständig. Die Landkarte hilft dir, das für dich zuständige Studentenwerk zu finden. Generell findest du alle Infos zum Schüler-BAföG unter www.das-neue-bafoeg.de und www.studentenwerke.de. Auch gibt es eine durch das Bundesministerium und das Deutsche Studentenwerk eingerichtete BAföG-Hotline, bei der du deine Fragen los werden kannst: 0800 223 63 41 (kostenlos).


Förderung

Das Schüler-BAföG ist kein Darlehn sondern ein geschenkter Zuschuss! Das heißt: Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Die Förderhöhe orientiert sich an dem festgelegten Bedarfssatz für Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Das können derzeit monatlich bis zu 465,00 EUR sein (im Ausnahmefall auch 538 EUR: wenn der Schüler eigene Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu entrichten hat). Diese Höchstförderungen erhalten aber nur wenige, da sich der Förderbetrag anhand des Einkommens der Eltern errechnet und auch das Kindergeld angerechnet wird. Hinzu kommt ein einmaliger Reisekostenzuschuss: 500 EUR für Europa und 1000 EUR für Übersee.


Voraussetzungen

Für die BAföG-Förderung eines Schulbesuchs im Ausland müssen u.a. die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Einkommen deiner Eltern ist so gering, dass sie ohne Unterstützung, dir ein Auslandsjahr nicht bezahlen können. Wo die Einkommensgrenze liegt, kann nicht pauschal gesagt werden, da die BAföG-Berechnung sehr kompliziert ist. Je nach Familienkonstellation (Kinderzahl, verheiratet oder getrennt lebende Eltern etc.), Ausbildungsvergütungen (die möglicherweise bereits Geschwister von dir beziehen) und Unterhaltsverpflichtungen - errechnet sich die Einkommensgrenze individuell. Zur groben Orientierung, gibt das BAföG-Amt hier Hinweise und es ist auch möglich einen Online-Rechner zur ersten groben Schätzung heranzuziehen.
  • Du planst dein Austauschjahr in Klasse 10 oder später (Achtung! Hier gibt es unterschiedliche Richtlinien für die Bundesländer: Die Förderung ist ab Klasse 10 oder ab Klasse 11 möglich. Dies hängt davon ab, ob du Abitur mit 12 oder 13 Schuljahren machst.)
  • Dein Auslandsaufenthalt dauert mindestens 6 Monate.
  • Nach dem Austauschjahr setzt du deine Schulausbildung in Deutschland fort und zwar in der gymnasialen Oberstufe oder an einer zweijährigen Fachoberschule. Für die Bewilligung von BAföG müssen Realschüler eine Bestätigung der Schule vorlegen, dass sie im Anschluss an das Auslandsjahr in die gymnasiale Oberstufe / Fachoberschule aufgenommen werden. Realschüler, die nach dem Austauschjahr eine Berufsausbildung absolvieren wollen, werden leider nicht gefördert. Als Realschüler, der nach dem Austauschjahr in die Berufsausbildung geht, kannst du dich aber für ein Stipendium bewerben.
  • Entfallen ist mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2010 die Regelung, dass der Auslandsaufenthalt auf die Inlandsschulbildung anrechenbar sein muss. Auch wenn du dein Austauschjahr "einschiebst", ein zusätzliches Schuljahr absolvierst, hast du Anspruch auf eine BAföG-Förderung!
  • Dein ständiger Wohnsitz liegt in der Bundesrepublik.
  • Du bist deutscher Staatsbürger (es werden aber auch nach BAföG-Gesetz "Gleichgestellte" gefördert, z.B. Ausländer mit Niederlassungsrecht).


Antragsstellung

Die Antragsstellung erfordert auf jeden Fall Fleiß, insbesondere von deinen Eltern. Ohne ihre Hilfe wird es dir nicht gelingen, die bürokratischen Hürden der Antragsstellung erfolgreich zu nehmen. Es gibt eine Menge Unterlagen zusammenzutragen:

  • Die Antragsformulare, sogenannte Formblätter, gibt es bei den Studentenwerken oder zum Beispiel unter www.das-neue-bafoeg.de. Einige Studentenwerke (z.B. Hamburg, Tübingen) bieten mittlerweile auch die Möglichkeit, online die Antragsformulare auszufüllen und dabei gleich die Daten auf Plausibilität zu prüfen. Wir selbst haben einen kleinen Leitfaden gechrieben, der dir und deinen Eltern hoffentlich ein wenig hilft, den Papierkram zu bewältigen.
  • Für den Antrag selbst werden deine Eltern Nachweise über ihr Einkommen des vorletzten Jahres erbringen müssen, z.B. die Steuererklärung oder die Einkommensnachweise.
  • Die Bestätigung deiner Gastschule über den mindestens sechsmonatigen Schulbesuch dort kannst du nach Beginn deines Austauschjahres nachreichen.


Bildungskredit

Tatsächlich ist es so, dass du bereits 18 Jahre sein musst, um den Bildungskredit zu beantragen. Deine Eltern können dies leider nicht für dich tun. Den Bildungskredit erhält man in monatlichen Raten von 100, 200 oder 300 Euro. Es können maximal 7.200 EUR in bis zu 24 Monatsraten beantragt werden. Auf Antrag ist es "für die Finanzierung eines außergewöhnlichen Aufwands" aber auch möglich, eine einmalige Summe (max. 3.600 EUR) ausgezahlt zu bekommen. Der Zinssatz für den Kredit beträgt 0,80 % (effektiver Jahreszins) bzw. 0,80 % (Soll­zins, Stand: 01.10.2016). Die Rückzahlung erfolgt erst vier Jahre später in monatlichen Raten von 120 EUR. Wer mehr Geld hat, kann aber auch die Rückzahlung in anderer Höhe vornehmen bzw. den Kredit vorzeitig komplett tilgen. Informationen findest du unter www.das-neue-bafoeg.de und www.bva.bund.de.


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