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CORONA - Schüleraustausch und Sprachreisen

+++ Was Schüler und Eltern jetzt wissen müssen +++

(Stand 22.06.2020)


Reisen sind innerhalb der EU wieder möglich. Was heißt dies für den Schüleraustausch? Wenn es auch in anderen Ländern gelingt, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wird ein Austauschjahr 2020/21 für Kanada, Neuseeland oder USA möglich werden?

Ob ein Austauschjahr oder eine geplante Sprachreise angetreten werden können, hängt von den aktuellen Infektionszahlen, aber auch vom Anbieter ab:

  • Anbieter: Bereits zu Beginn der Pandemie reagierten die Austauschorganisationen sehr unterschiedlich. Einige entschieden sich dafür, sämtliche Austauschprogramme abzubrechen und alle Austauschschüler mit einer Rückholaktion wieder nach Deutschland zu bringen. Andere Austauschorganisationen reagierten einzelfallbezogen. Die Austauschschüler konnten, mussten aber nicht das Programm abbrechen. Es ist anzunehmen, dass auch zukünftig die Reaktionen auf bestimmte Pandemieentwicklungen unterschiedlich sein werden. Einige Anbieter werden Programme eher vollständig absagen und andere mit Absagen verhaltener reagieren. Fragen Sie bei ihrem Anbieter nach! Unter welchen Bedingungen ist ein Austausch möglich? Wie wird entschieden, ob ein Programm stattfindet oder abgesagt wird? Wird nach aktuellen Reisewarnungen entschieden oder gibt es weitere Kriterien? Wie wird reagiert, wenn während eines Auslandsaufenthaltes Infektionszahlen wieder dynamisch ansteigen?
  • Infektionszahlen: Die Ausbreitung von Covid-19 konnte in den letzten Wochen innerhalb der EU gut eingedämmt werden, so dass im Juni Reisebeschränkungen innerhalb der EU fast vollständig aufgehoben wurden. Schüleraustausch ist hier wieder möglich und viele Anbieter hoffen, auch außerhalb der EU Schülern ein Austauschjahr in 2020/21 ermöglichen zu können. Dennoch gibt es momentan und auch zukünftig für viele Länder Einreisebeschränkungen und es bleibt in vielen Fällen ungewiss, ob die gebuchten Auslandsaufenthalte angetreten werden können. Wahrscheinlich lässt sich folgende Regel aufstellen: gibt es stark steigende Neuinfektionszahlen in einem Land, die sich über weite Gebiete erstrecken, so ist der Start ins Austauschjahr in den nächsten 3 bis 5 Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht möglich: aktuell tifft dies z.B. auf Brasilien, Mexiko und USA zu (siehe hierzu die weltweite Übersicht mit länderspezifischen Entwicklungskurven der WHO).

    USA: Hier hat das mit 13.3.2020 ausgesprochene Einreiseverbot für EU-Bürger in die USA immer noch Bestand. Die US-Botschaft hatte die Bearbeitung von Visa-Anträgen in den letzten Wochen ausgesetzt und neue Visa-Bearbeitungen mit August in Aussicht gestellt. Da die Infektionszahlen weiterhin steigen, ist es aber ungewiss, ob tatsächlich mit August Visa wieder ausgestellt werden und Einreisen in die USA möglich werden. Mit jedem Tag, der vergeht, wird auch ein im Herbst 2020 beginnender Auslandsaufenthalt in USA immer unwahrscheinlicher.

    Grundsätzlich gilt, dass mit Aussprache einer Reisewarnung ein kostenfreies Reiserücktrittsrecht besteht und bereits gezahlte Gelder vom Austauschanbieter rückerstattet werden müssen! Wer einen Auslandsaufenthalt gebucht hat, der steht aktuell sicher im engen Kontakt mit seinem Anbieter. Der unabhängige Beratungsdienst ABI e.V. rät, ggf. eine Umbuchung vorzunehmen oder vom kostenfreien Rücktrittsrecht Gebrauch zu machen. Letzteres ist aber nicht zu jedem Zeitpunkt möglich, sondern nur kurz vor dem tatsächlichen Reisetermin!

    Wichtige Hinweise rund um Covid-19 und die Folgen für Reisende gibt auch die Website des Auswärtigen Amts. Hier findet sich auch eine vollständige Länderliste mit Infos zu aktuellen Einreisestopps und Einreisebestimmungen. IATA News bietet ebenfalls eine stets aktualisierte Übersicht. Alle Experten gehen davon aus, dass mindestens bis Mitte 2021 die Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen im Reiseverkehr mit sich bringt. Auch innerhalb der EU sind Reisewarnungen und Grenzschließungen immer wieder möglich.

    Damit stehen alle, die in ein Austauschjahr innerhalb der nächsten 12 Monate starten möchten, weiterhin vor schwierigen Entscheidungen: Kann ein solcher Aufenthalt verwirklicht werden? Kann man Risiken minimieren? Nehme ich das Risiko einer möglichen kurzfristen Programmabsage in Kauf und plane trotz Covid-19 meinen Auslandsaufenthalt?

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