Falk E.

Falk E.

Schweden YFU-DE 1999/00
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Abschied mit Nöten

Falk. Austauschschüler in Schweden, weiß, mit wieviel Aufregung die Rückkehr nach Hause verbunden sein kann, und wie sie eine schwedische Busgesellschaft zu dämpfen weiß.

Eigentlich war ja nur noch meine älteste Gastschwester Ida da, die anderen waren schon auf dem Weg in den Urlaub. Sie aber arbeitete und ich machte mir einen ruhigen Tag zu Hause, packte noch diverses zusammen und wartete darauf, dass Ida zum Mittag noch nach Hause kommt. Doch falsch gedacht.

schweden_idylle_weiss01.jpgMein Zuhause ganz in Schnee. Da wusste ich noch nicht, dass mir der Abschied so schwer fallen würde.


Nun, irgendwann hatte ich noch eine Viertelstunde Zeit, bis mein Bus Richtung Umea abging. Von dort aus wollte ich dann runter nach Stockholm fliegen. In einer Viertelstunde kommt man noch ganz gut zur Bushaltestelle, halt nur nicht mit Gepäck. Völlig verzweifelt lief ich vollbepackt die Strasse runter. Ich durfte den Bus einfach nicht verpassen. Zum Glück bog gerade eine Frau in ihre Einfahrt ein und ich bat sie ganz verzweifelt mich doch zum Bus zu fahren. Als wir ankamen war der Bus noch nicht da, ich lud meine Sachen aus und bedankte mich überschwenglich. Die Frau fuhr ab und ich bemerkte, dass ich die Flugtickets auf dem Schreibtisch zu Hause vergessen hatte. NEIN!!!!!!

Wie zur Hölle sollte ich jetzt noch dahin zurück, jeden Moment konnte der Bus kommen. Aufhalten würde er sich auch nicht lassen. Vollkommen verzweifelt lief ich umher und glücklicherweise fand sich jemand, der ein Auto hatte. Er raste mit mir zurück zum Haus, ich erstmal die Garage auf, Schlüssel raus, Tür auf, hochgerannt, Tickets geschnappt, runtergerannt, beinah noch aufm Teppich ausgerutscht, Tür wieder zugemacht, Schlüssel zurück wo er lag, Garagentor zu und schnell zurück zum Busplatz. Der Bus stand noch da, puh!

schweden_bus_ticket01.jpgAnwärter auf das hübscheste Busticket Skandinaviens


Doch zu früh gefreut, der Bus hatte schon leichte Verspätung und das aus gutem Grund. Er war kaputt. Somit gings nur bis zur nächsten Haltestelle. Dort mussten alle wieder aussteigen und auf einen neuen Bus warten. Das dauerte zwanzig Minuten und ich hätte beinah in den nicht vorhandenen Tisch gebissen. Im neuen Bus bin ich erstmal zum Busfahrer und habe ihm mein Problem geschildert. Er meinte nur mürrisch, dass ich mich erstmal hintersetzen sollte. Nach einer Weile ruft er mich nach vorn und gibt mir jemanden am Telefon. Dieser jemand ist total nett und entschuldigt sich dreimal, dass der Bus nicht fahren konnte. Ich vergebe ihm und einige mich mit ihm darauf, dass er ein Taxi für mich bestellt, dass mich dann am Busbahnhof abholte. Fand ich äußerst zuvorkommend. Das bestellte sich aber im Taxi selbst heraus. Die Busgesellschaft hatte es sogar bezahlt und auch auf dem Flughafen selbst bescheidgesagt, dass einer eventuell zu spät kommen könnte. Das tat ich aber nicht und schaffte mein Flugzeug noch. Jetzt konnte ich kräftig durchatmen ... und noch ganz melancholisch "Im leaving on a Jetplane" vor mich hersummen.

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