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Mein soziales Engagement und meine Beweggründe für ein Auslandsjahr
Bereits seit Jahren interessiere ich mich für Politik, insbesondere für Friedensarbeit und Deutschlands Rolle im Ausland.
Ich schaute jeden Tag Nachrichten, las regelmäßig den Spiegel, und hatte trotzdem das Gefühl, nicht genug zu tun. Die Möglichkeiten die sich mir ergaben nicht vollends auszuschöpfen.Ich fühlte etwas, wie eine innere Unzufriedenheit mit mir selbst. Ich hatte den Wunsch etwas zu verändern, etwas sinnvolles zu tun. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitmenschen.
Im August 2008 trat ich der Jungen Union bei.
Fortan begann ich JU-Treffen beizuwohnen, in Zeiten verschiedenster Wahlkämpfe Flyer zu verteilen, und kräftig zu feiern, wenn die Arbeit Früchte trug, sprich "wir" bei Wahlen vorne lagen.
Besonders dieses "wir" fasziniert mich. Mit anderen an einem Strang ziehen, auf ein Ziel hinarbeiten, und sich am Ende gemeinsam freuen es erreicht zu haben, oder auch gemeinsam enttäuscht zu sein, wenn dies nicht der Fall war, ist ein unersetzliches Gefühl.
Einen Nachteil hat die Junge Union aber: Falls gerade mal keine Wahlen anstehen, sind die Treffen eher unregelmäßig. Ich wollte mich aber regelmäßig engagieren, und da ich gut mit älteren Menschen klar komme, und es interessant finde, mich mit ihnen zu unterhalten, beschloss ich beim örtlichen Altenheim nachzufragen, ob sie eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bräuchten.
Dannach ging alles ganz schnell, und ich übernahm eine Art "Patenschaft" für eine ältere Dame.
Jeden Samstag treffen wir uns seither, spielen "Mensch ärgere Dich nicht", plaudern über "Damals und Heute", und essen Kekse.
Wenn besondere Anlässe, wie z.B. das alljährliche Plätzchen backen im Dezember ansteht, helfe ich den Bewohnern beim Teig ausrollen und ausstechen, oder setzte mich einfach zu ihnen und fange ein Gespräch an.
Am Anfang des Schuljahres 2009/2010 habe ich mich als Betreuerin in der Hausaufgabenhilfe unserer Schule beworben, und wurde für das 2. Halbjahr eingeteilt, so dass ich im Februar 2010 mit der Betreuung der Unterstufenschüler anfangen werde.
Darüber hinaus bin ich seit Anfang des o.g. Schuljahres Mitglied der Schülerzeitung. Wir verfassen regelmäßig Artikel und Kritiken zu Büchern und Filmen. Auch machen wir bei Schülerzeitungs-Wettbewerben mit.
Was die Völkerverständigung angeht, spiele ich jeden Sommer "Junior-Botschafterin" in Georgien.
Viele georgische Jugendliche haben Vorurteile gegenüber Deutschen. Positive, aber auch negative.
Häufig musste ich erklären, dass nicht jeder Deutsche chronisch pünktlich ist, einen Putzfimmel hat, und niemand außer einigen Schwachköpfen die Nazis verehrt. Auch in den USA gibt es Menschen die wenige oder falsche Informationen über Deutschland haben.
Als Austauschschülerin und Repräsentantin dieses Landes, würde ich mich verpflichtet fühlen dies zu ändern. Natürlich ist mir bewusst, dass das bei 300 Millionen Amerikanern unmöglich ist, allerdings wäre es schon ein Erfolg einen mit Voruteilen beladenen Menschen zu zeigen, dass vieles anders ist als er oder sie es sich vorstellt. Allerdings gibt es da auch die andere Seite.
Deutsche die Vorurteile gegenüber Amerikanern haben. Auch ich bilde da keine Ausnahmen, obwohl ich behaupten kann, mich in der letzten Zeit in der Hinsicht verändert zu haben.
Während ich mir früher sicher war, genau zu wissen wie es in Amerika ist, wie die Menschen dort leben, denken und fühlen, bin ich mir heute nicht mehr so sicher. Wir Europäer bilden uns ein die USA genau zu kennen. Schließlich spielen fast alle guten Filme in diesem Land, unsere Lieblingsstars sind Amerikaner, und in den Nachrichten kommen sie auch ständig vor.
Ja, wir kennen Amerikaner. Amerikaner sind übergewichtig, da sie sich nur von Fastfood ernähren, nachmittags gucken sie Ophrah Winfrey,
am Wochenende verfolgen sie irgendwelche Baseballgames, und an den Highschools sind Footballer und Cheeleader die Stars und der Rest wird gemobbt, so dass es dauernd Amokläufe an Schulen gibt.
Überhaupt hat jeder Durchschnitts-Ami eine Waffe unter dem Kopfkissen liegen, und ist so patriotisch, dass er die Grenzen der USA noch nie übertreten hat.
So lauten zumindest die gängigen Vorurteile.
Aber stimmt das wirklich?
Kennen wir die USA tatsächlich so gut? Ist der Durchschnittsamerikaner wie oben beschrieben?
Wie tickt die älteste Demokratie der Welt? Das möchte ich herausfinden.
Von meinem USA-Aufenthalt erhoffe ich mir neben verbesserten Sprachkentnissen, dass ich nach meiner Rückkehr sagen kann:
Ich bin Europäerin und ich war in den USA und ich habe US-amerikanisch denken und fühlen gelernt.
Ich habe Amerika und seine Einwohner kennen gelernt,.
Ich habe ihnen auch Europa und vor allem Deutschland näher gebracht.
Ich habe ein Stück Deutschland dort gelassen und ein Stück Amerika mitgenommen.
Und auch wenn es nicht viel ist, und obwohl ich mir bewusst bin, dass ein Jahr für das Kennenlernen eines so großen Landes viel zu wenig ist, und dass was ich zu sehen bekommen werde nur ein Tropfen im weiten Ozean sein wird, bin ich zuversichtlich dass ich als kleine Botschafterin etwas bewegen kann.
also erstmal Respekt was du alles ehrenamtlich machst.
Ich find den Text ziemlich gut. Der is dir echt gelungen. Vor allem die Vergleiche wie des am Ende mit dem Tropfen und dem Ozean.
lg
Der text ist echt gut ;) Für was und wo bewirbst du dich denn?
ich war mir nicht sicher ob der text nicht "schleimig" oder so wirkt. also etwas überzogen für so eine bewerbung:)