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Die Gastfamilie

Der wichtigste Bestandteil deines Austauschjahres ist das Leben in deiner Gastfamilie. Thomas Terbeck, Autor des "Handbuch Fernweh" gibt dir einen Einblick in die möglichen Familienkons

Eine Familie im klassischen Sinn besteht aus zwei Elternteilen und mehreren Kindern. Von dieser vermeintlichen Norm gibt es aufgrund der sich weltweit ändernden Gesellschaftsstrukturen immer häufiger Abweichungen. Auch Paare ohne Kinder, ältere Ehepaare mit erwachsenen, bereits nicht mehr zu Hause lebenden Kindern und alleinerziehende Elternteile können als Gastfamilie fungieren. Da die Struktur einer Familie nichts über ihre „Qualität“ aussagt, solltest du in der Lage sein, dich mit den oben beschriebenen Konstellationen anzufreunden.

Wohnort

Der Horror vor einer Plazierung in der Mitte von Nirgendwo ist bei vielen Jugendlichen enorm groß. Dabei sind die Erfahrungen mit in ländlichen Regionen wohnenden Gastfamilien durchaus positiv. Das läßt sich folgendermaßen erklären:
Du kannst davon ausgehen, daß noch nicht allzu viele Ausländer den Weg in dein kleines Örtchen gefunden haben. Folglich bist du dort ein absoluter Exot, dem viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Gehörst du nicht zu den Personen, die gerne Hinz und Kunz ansprechen, um sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen, dann bist du in einem winzigen Nest optimal aufgehoben. Um so größer der Wohnort deiner Gastfamilie ist, desto unpersönlicher werden in der Regel die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Und das Freizeitangebot? Sportanlagen und Treffpunkte für Jugendliche gibt es selbst im kleinsten Dorf, private Feten werden überall gefeiert und für Outdoor-Aktivitäten dürften sich in der Pampa ohnehin die besseren Voraussetzungen finden. Es kann natürlich nicht bezweifelt werden, daß Metropolen ein vielschichtigeres Kultur- und Freizeitangebot zubieten haben als irgendwelche unbedeutenden Kleinstädte. Die Frage ist jedoch, ob du in deinem Alter die Möglichkeiten einer Großstadt überhaupt annähernd nutzen kannst. In den USA ist es Personen unter 21 Jahren ohnehin per Gesetz verboten, Lokalitäten aufzusuchen, in denen Alkohol ausgeschenkt wird. Die schönste Kneipen- und Konzertszene nützt dir also rein gar nichts, wenn du kein Teil von ihr werden kannst. Letztendlich wirst du auch in einer größeren Stadt lediglich ins Kino oder zum Schnellimbiß, zu privaten Feten oderzum Sport gehen können. Die Einwohnerzahl einer Stadt sagt folglich nicht viel über die Möglichkeiten deiner Freizeitgestaltung aus.

Ethnische Herkunft

Menschen aller ethnischen Gruppen können sich für die Aufnahme eines Gastschülers bereit erklären. Falls du Probleme damit haben solltest, in einer Familie mit schwarzer, weißer, roter, gelber oder grüner Hautfarbe zu wohnen, meldest du dich besser nicht für einSchüleraustauschprogramm an!

(Auszüge des Kapitels „Die Gastfamilie“ aus dem Handbuch Fernweh)



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